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Steuern in Österreich beim Haus- und Wohnungskauf

5. Juli 2021
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Steuern sind beim Haus- und Wohnungskauf unvermeidbar und müssen von Anfang an, in die Berechnung mit aufgenommen werden. Wie hoch diese ausfallen, und wo man unter bestimmten Umständen sparen kann, damit setzt sich dieser Beitrag auseinander.


Steuerarten beim Haus- und Wohnungskauf

Bevor wir uns den Steuerarten widmen, schicken wir voraus, dass sämtliche Steuern beim Haus- und Wohnungskauf den sogenannten NEBENKOSTEN zugeordnet werden. Im Idealfall wird der Anteil der Nebenkosten bei einer Finanzierung durch das EIGENKAPITAL gedeckt. Ist dies nicht möglich, so ist die Rede von einer sogenannten VOLLFINANZIERUNG. Doch nun zurück zu den Steuerarten. Wird Eigentum erworben, fallen einige Steuern an. So viel wissen wir schon. Doch welche Steuern sind das genau? Was sollte man darüber wissen? Worauf dabei achten? All das verrät unsere nachfolgende Übersicht.

Die Grunderwerbs-Steuer

Die Grunderwerbs-Steuer bezieht sich nicht nur auf den Grund und Boden einer Liegenschaft, sondern auch auf die darauf befindlichen Bauten, Pflanzen, Inventar und auch Tiere. Das gilt nicht nur für Hauskauf, sondern auch für den Erwerb einer Wohnung. Fällig wird sie aber nicht nur beim Kauf einer Liegenschaft, sondern auch bei einer Schenkung, Erbschaft, Tausch oder bei der Eigentumsübergabe eines Scheidungsvergleichs. Aus Steuersicht bedeutet Erwerb also das Hinzufügen eines Grundstücks (im oben genannten Sinne) zum eigenen Vermögen. Das heißt: Die GRUNDERWERBS-Steuer ist in jedem Fall zu zahlen.

Wer von den Beteiligten die Grunderwerbs-Steuer zahlen muss, also ob Käufer oder Verkäufer, ist gesetzlich nicht definiert. Geregelt ist jedoch, dass alle am Kauf beteiligten Parteien für die ordnungsgemäße Zahlung verantwortlich sind. Üblich ist jedoch, dass der Käufer die Kosten der Grunderwerbs-Steuer trägt.

Achtung! Grunderwerbs-Steuer ist nicht Grundsteuer! Die Grundsteuer wird von der zuständigen Gemeinde berechnet und eingefordert und hat nichts mit der Grunderwerbs-Steuer zu tun!

Berechnung & Höhe der Grunderwerbs-Steuer

Berechnet wird die Grunderwerbs-Steuer durch zwei Faktoren. Einerseits die Bemessungsgrundlage, also der Wert, den das Finanzamt dem Grundstück selbst zuschreibt. Andererseits den Steuersatz, der in Österreich 3,5 % beträgt. In Abhängigkeit davon, ob der Erwerb entgeltlich oder unentgeltlich ist, gibt es dann aber noch weitere Regelungen. Grundsätzlich wird die Steuerschuld wie folgt berechnet:

Höhe der Grunderwerbs-Steuer = Bemessungsgrundlage x (Steuersatz : 100)

Beispiel: Die Kosten einer Eigentumswohnung betragen € 300.000,- Euro. Berechnung: 300.000 x 0,035 = 10.500 Grunderwerbs-Steuer

Weitere Infos zum Thema Grunderwerbs-Steuer findest du HIER!

Immobilienertrags-Steuer

Wie der Name schon sagt, geht es bei dieser Steuer um den Ertrag, der durch eine Immobilie entsteht. Diese Steuer wird also nur dann fällig, wenn man selber eine Liegenschaft verkauft. Beim Kauf kann diese Steuer also getrost ignoriert werden!

Immobilienerwerbs-Steuer

Etwas anders ist die Sachlage bei der Immobilienerwerbs-Steuer. Diese kommt zwar beim Kauf von Immobilien in Österreich nicht zu tragen, allerdings schon, wenn eine Immobilie in Kroatien oder Bulgarien gekauft wird. Generell empfehlen wir, beim Erwerb von Liegenschaften im Ausland rechtzeitig mit uns Rücksprache zu halten, da beim Kauf von ausländische Immobilien zusätzliche Faktoren zu berücksichtigen sind.

Maklerprovision

Die Immobilienmakler-Provision ist zwar keine Steuer, fällt aber dennoch unter die Nebenkosten und ist entsprechend verpflichtend zu zahlen. Beim Hauskauf fallen rund drei Prozent des Kaufpreises an Provision an, plus der gesetzlich festgelegten Umsatzsteuer. Mehr Infos zum Thema Makler-Provision findest du HIER!

Bei einem privaten Immobilienkauf kann die Makler-Provision nicht von der Steuer abgesetzt werden, da sie als Anschaffungskosten bewertet werden. Beim beruflichen Immobilienkauf (oder auch bei der Miete)

Kann man Steuern beim Immobilienkauf sparen?

Wer beim Erwerb Steuern sparen möchte, muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen und das gilt auch nur dann, wenn es sich um die Schaffung von begünstigtem Wohnraum handelt.

Eine dieser Voraussetzungen ist, dass der Kreditvertrag vor 01.01.2016 unterschrieben oder der Bau vor diesem Datum begonnen wurde. Dann ist es möglich, Rückzahlungskosten als Sonderausgaben von der Steuer abzusetzen. Aber selbst diese Regelung galt nur noch bis 2020.

Kurzum: Nein, man kann beim Immobilienkauf also keine Steuern sparen.


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