Wohnbauförderung Vorarlberg
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Das Thema Wohnbauförderung in Vorarlberg ist nicht unbedingt leicht bekömmlich oder aber schnell zu durchschauen. Aus diesem Grund haben wir in diesem Beitrag versucht, die Wohnbauförderung in Vorarlberg kompakt zusammen zu fassen. Wenn du dich persönlich über deine Wohnbaufördungs-Möglichkeit erkundigen möchtest, stehen wir dir in unserer Außenstelle in Bregenz gerne zur Seite!


Wohnbauförderung in Vorarlberg

Die Wohnbauförderung in Vorarlberg sieht im Grunde genommen eine Unterstützung in folgenden Bereichen vor:

  • Neubau und ebenso bei der Errichtung eines Wohnhauses
  • Kauf einer neuen Eigentumswohnung
  • Sanierung eines Wohnhauses oder einer Wohnung

Wohnbauförderung in Vorarlberg beim Neubau oder Kauf einer Eigentumswohnung

Die Wohnbauförderung in Vorarlberg orientiert sich beim Neubau im Grunde genommen nach dem EINKOMMEN des Förderwerbers und ebenso seinen sozialen Verhältnissen. Wer also weniger verdient und/oder mehr Kinder hat, bekommt im Gegenzug schließlich eine höhere Förderung. Besonderes Augenmerk verdient auch in Vorarlberg der ökologische Wohnbau, ebenso barrierefreies Bauen oder generationsübergreifende Vorhaben. Aber auch eine verdichtete Bauweise wird immerhin mit einer höheren Förderung belohnt.

Voraussetzungen

Eine Voraussetzung für den Erhalt der Wohnbauförderung beim Neubau ist erstens der dringende Wohnbedarf. Zweitens muss das Objekt ebenso ganzjährig und für das eigene Wohnen ausgelegt sein. Die Einkommensgrenzen, also mit anderen Worten das netto-Haushaltseinkommen, liegt bei einer Person in Vorarlberg bei 3.250,- Euro. Bei zwei Personen sogar bei 5.800,- Euro. Erwerbstätige Kinder bis zum vollendeten 25. Lebensjahr steigern übrigens die Einkommensgrenze um je 800,- Euro monatlich.

Förderungsart

Die Förderung beim Wohnbau ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Kredit, der sich aus der Basisförderung je m² förderbarer Nutzfläche ergibt. Diese Basisförderung kann wiederum durch diverse Zuschläge erhöht werden. Allerdings können diese Zuschläge nicht gesondert, sondern eben nur in Kombination mit der Basisförderung in Anspruch genommen werden. Die Basisförderung sieht folgende Kennzahlen vor:

Wohnart Förderung je m² förderbarer NFL in €
Eigenheime 300,-
Doppelhäuser 400,-
Reihenhäuser ab mindestens 3 Einheiten 500,-
Eigentums-, Miet- und Dienstnehmerwohnungen in Mehrwohnungshäusern 700,-
Zu-, Ein- oder Umbau, ebenso auch Wohnungserweiterungen und Ersatzneubauten 800,-

Die Verzinsung des Neubau-Förderungskredits beginnt im übrigen mit der ersten Auszahlung und wird infolgedessen monatlich verrechnet. Im Detail staffelt sich die Rückzahlung folglich so:

Zeitraum Annuität (Tilgung + Zinsen) Nur Zinsen
1. – 5. Jahr 1,00 % 0,50 %
6. – 10. Jahr 2,00 % 0,75 %
11. – 15. Jahr 3,00 % 1,00 %
16. – 20. Jahr 4,00 % 1,50 %
21. – 25. Jahr 4,75 % 2,00 %
26. – 35. Jahr 5,50 % 2,50 %

Kinderzuschuss – Wohnbauförderung in Vorarlberg

Wird vor oder während der Neubau-Förderung ein Kind geboren, so kann dafür mitunter der Kinderzuschuss beantragt werden. Allerdings gilt dafür eine Frist von sechs Monaten. Anders formuliert: Der Kinderzuschuss muss im ersten halben Jahr ab dem Zeitpunkt der Geburt beantragt werden. Es handelt sich dabei um einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 50,- für ein Kind. Im Falle von Mehrlingsgeburten gibt es sogar 75,- Euro. Befristet ist der Kinderzuschuss allerdings auf zwei Jahre.

Wohnhaussanierung

Auch, oder besser gesagt, gerade in Vorarlberg sind unbebaute Grundstücke seltenes Gut. Eine Sanierung kann daher aus diesem Grund eine gute Option zur Schaffung des eigenen Wohnraums sein. Das Land Vorarlberg fördert in diesem Sinne einerseits die Sanierung bestehender Objekte, andererseits gibt es eine gesonderte Förderung für sogenannte „erhaltenswerte Wohnhäuser“. Also besser ausgedrückt historische, gegebenenfalls denkmalgeschützte Bauten. Die klassische Wohnhaussanierung umfasst übrigens genauso barrierefreie Umbauten, als auch Revitalisierungsmaßnahmen oder aber auch die Objektförderung von EIGENTÜMER-PARTNERSCHAFTEN.

Voraussetzungen für die Wohnhaussanierung

Wie auch beim Neubau ist eine ganzjährige Nutzung des zu sanierenden Objekts als Hauptwohnsitz erforderlich. Auch hier gelten die Einkommensgrenzen, also das Haushaltseinkommen, als Basis für die Inanspruchnahme. Eine Person darf demnach ein maximales Netto-Einkommen von 3.250,- Euro pro Monat aufweisen. Bei zwei Personen liegt die Grenze dagegen bei 5.650,- Euro, bei drei oder mehr Personen beträgt die Obergrenze immerhin 6.300,- Euro. Können diese Einkommensgrenzen allerdings nicht eingehalten werden, wird die Förderung für jeweils begonnene 50,- Euro darüber um 5 % gekürzt.

Fördergegenstand

Natürlich stellt die Wohnbau-Förderung in Vorarlberg auch an das Objekt selbst gewisse Ansprüche. Etwa, dass das Gebäude mindestens 20 Jahre alt sein muss, laut Baubewilligung. Oder aber, dass Zubauten bis zu einer Fläche von 100 m² gefördert werden. Jedoch unter der Voraussetzung, dass zeitgleich eine thermische Sanierung des gesamten Wohnhauses erfolgt. Es lohnt sich demnach, nicht nur bröckchenweise zu sanieren, sondern ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, um eben die Wohnbau-Förderung in Vorarlberg auch umfassend nutzen zu können. Mehr Infos und Details findest du übrigens auch HIER!

Apropos thermische Sanierungsmaßnahmen

Diese sogenannten thermischen Sanierungsmaßnahmen betreffen im Grunde genommen die Außenhülle der Fassade. Insofern werden folgende Sanierungsmaßnahmen im Zuge der Wohnbauförderung in Vorarlberg unterstützt:

  • Außenwand
  • Haus- und Wohnungseingangstüren gegen unbeheizte Stiegenhäuser bzw. Gänge und Fenster
  • Fenster und Rollläden bzw. außenliegender Sonnenschutz, jedoch nur im Zusammenhang mit einer Fenster- oder Fassadensanierung
  • Dach, oberste Geschossdecke, Terrassen, Decken gegen Außenluft
  • Unterste Geschossdecke und Innenwände gegen unbeheizte Gebäudeteile
  • Maßnahmen wie beispielsweise die Erneuerung der Wasserinstallation, Kaminsanierung u. dgl.

Mindestanforderung an die Sanierung

Natürlich reicht eine bloße Verbesserung nicht aus, um gleich als „Sanierung“ zu gelten und gefördert zu werden. Die Sanierungsförderung legt nämlich deshalb durch Mindestanforderungen klar fest, wann es sich tatsächlich um eine Sanierung handelt. Infolgedessen müssen bei jeder Sanierung folgende Punkte beachtet werden, sofern eine Sanierungsförderung angestrebt wird:

  • Bau- und Dämmstoffe, als auch Bauelemente müssen HFKW-frei sein.
  • Rohre in Gebäuden, Folien, Abdichtungsbahnen, Fußbodenbeläge, aber auch Tapeten müssen PVC-frei sein.
  • Holz muss aus nachhaltiger Gewinnung stammen. Außer-europäisches Holz benötigt deshalb explizite Herkunftsnachweise.
  • Verputze dürfen einen Kunststoffanteil von maximal 6 % enthalten.
  • Es müssen zudem auch zementgebundene Kleber verwendet werden.

Förderungshöhe und -berechnung

Bei der Wohnbauförderung in Vorarlberg kommt es bei der Sanierung auf jeden Fall auch auf den Energieausweis an. Die Berechnung erfolgt im Grunde als Kredit, kann jedoch alternativ auch als Einmal-Zuschuss in Höhe von 40 % des möglichen Kreditbetrages bezogen werden. Aber auch die thermische Qualität spielt bei der Förderung eine wichtige Rolle, so wie auch die Fläche des zu sanierenden Objekts. Gefördert wird bis maximal 1.400,- Euro/m² förderbarer Nutzfläche, bzw. mit 90 % der anerkannten Kosten. Einmalzuschüsse sind bis maximal 25.000,- Euro möglich.

Die Höhe des Förderungskredits berechnet sich demnach aus den Fördersätzen je m² sanierter Bodenfläche, diversen Zuschlägen und schließlich den zuzüglich anrechenbaren Kosten für sonstige Sanierungsmaßnahmen.

Berechnungsbeispiel für eine geförderte Sanierung in Vorarlberg

Für das bessere Verständnis nehmen wir beispielsweise einfach an, dass es sich um einen 4-Personen-Haushalt mit einem netto-Einkommen von 2.800,- Euro pro Monat handelt. Das Einfamilienhaus ist dabei 150 m² groß. Saniert werden soll einerseits die Fassade durch ein Wärmedämmverbundsystem (200 m²), andererseits auch die Fenster (40 m², Holz-Alu). Zudem sollen die Elektroleitungen erneuert werden. Der Kostenvoranschlag beläuft sich dabei auf 8.000,- Euro. Die gesamte Investitionssumme für die Sanierung beträgt somit bei 100.000,- Euro.

  Bauteilflächen Fördersatz Summe
Fassade 200 m² 120,- Euro 24.000,- Euro
Fenster 40 m² 700,- Euro 28.000,- Euro
Elektroinstallation 60 % von 8.000,- Euro 4.800,- Euro
Einkommensbonus 130 m² 150,- Euro 19.500 Euro
Errechneter Förderbetrag   76.300,- Euro
Alternativer Einmalzuschuss
(40 % der Kreditsumme):
  25.000,- Euro

Erhaltenswerte Häuser

Bei sogenannten „erhaltenswerten Häusern“ ist die thermische Qualität für den Erhalt der Förderung mitunter nachrangig. Der Kredit beträgt maximal 1.500,- Euro je m² Nutzfläche. Maximal werden allerdings auch hier 90 % der nachgewiesenen Kosten gefördert. Aber auch der alternative Einmalzuschuss in Höhe von 40 % der Kreditsumme kann in Anspruch genommen werden. Dieser ist mit 30.000,- Euro gedeckelt. Eine Voraussetzung für diese Förderung ist, dass die anerkannten Sanierungskosten der Bauhülle mindestens 25.000,- Euro betragen müssen.

Ob ein Haus „erhaltenswert“ ist, kann übrigens durch eine Begutachtung festgestellt werden. Der Antrag dazu kann online HIER gestellt werden.

Verzinsung des Sanierungskredits

Wie auch beim Neubau-Kredit unterliegt der Sanierungskredit ebenfalls bestimmten Verzinsungen. Allerdings beginnt die Verzinsung in diesem Fall im elften Jahr und wird genauso monatlich verrechnet. Beim Sanierungskredit kann man einerseits eine Laufzeit von 20 Jahren wählen, andererseits steht auch ein Finanzierungsmodell mit einer Laufzeit von 35 Jahren zur Verfügung. Die jeweiligen Zinssätze dafür gestalten sich folgendermaßen:

Modell Laufzeit 20 Jahre Annuitäten (Tilgung + Zinsen) Davon Zinsen
1. – 10. Jahr 4,60 % 0,00 %
11. – 20. Jahr 5,70 % 1,00 %
Modell Laufzeit 35 Jahre  
1. – 5. Jahr 1,00 % 0,00 %
6. – 10. Jahr 1,50 % 0,00 %
11. – 15. Jahr 2,50 % 1,00 %
16. – 20. Jahr 3,50 % 1,00 %
21. – 25. Jahr 4,35 % 1,25 %
26. – 30. Jahr 4,85 % 1,25 %
31. – 35. Jahr 5,30 % 1,50 %

Sanierungsberatung

Das Land Vorarlberg fördert schließlich nicht nur handfeste Baumaßnahmen oder den Einsatz ökologischer Materialien, sondern ebenfalls auch die Inanspruchnahme von Experten. In diesem Sinne wird die Beratung durch gewerblich zugelassenen BeraterInnen angeboten und entsprechend entlohnt. Solch eine Beratung für Eigenheime, Reihenhäuser, und Mehrwohnungshäuser (bis sechs Wohneinheiten) wird mit 75 % der nachgewiesenen Kosten gefördert. Gedeckelt ist das ganze mit 1.600,- Euro je Gebäude. Bei Wohneinheiten mit mehr als sechs Parteien liegt die Obergrenze bei 4.000,- Euro. Einzelne Wohnungen werden hingegen nicht durch diesen Einmalzuschuss unterstützt.

Barrierefreie Adaptionen

Selbstverständlich, und wie eingangs bereits kurz erwähnt, werden auch barrierefreie Adaptionen vom Land Vorarlberg gefördert. Wichtig zu wissen ist dabei jedoch, dass diese Förderung unabhängig von anderen öffentlichen Förderungen ist. Die Förderhöhe beträgt immerhin 80 % der Kreditkosten. Allerdings gilt hier eine Obergrenze von maximal 30.000,- Euro. Vor allem der barrierefreie Umbau der Sanitäranlagen, oder beispielsweise der Einbau von Treppenliften kann mit dieser Förderung dementsprechend gut umgesetzt werden. Jedoch ist diese Förderung nur auf Baukosten anzuwenden, nicht auf Einrichtungsgegenstände, wie etwa Badewannenlifte oder sonstige (technische) Hilfsmittel.

Auch für diese Maßnahme kann alternativ ein nicht-rückzahlbarer Einmalzuschuss in Höhe von 40 % der Kosten gewährt werden. Der maximale Förderbetrag ist in diesem Fall dann mit 7.500,- Euro ausgeschöpft.

Stand: 10.06.2021 – Alle Angaben ohne Gewähr! Die allgemeinen Förderbedingungen für Österreich findest du HIER!


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Wohnbauförderung Vorarlberg: Nino Radulovic

Nino Radulovic

Außenstelle Bregenz: BodenseeFinanz Management GmbH


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