Wohnbauförderung Tirol
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Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol

10. Juni 2021
3 Bewertungen

Auch in Tirol und Ost-Tirol ist das mit der Wohnbauförderung so eine Sache. Leicht zu verstehen geht definitiv anders! Aus diesem Grund haben wir versucht, das Thema der Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol in diesem Artikel kompakt zusammen zu fassen. Gerne setzen wir uns mit dir auch in unserer Filiale in Innsbruck zusammen und schauen uns an, welche Förderungsmöglichkeiten für dich in Frage kommen!


Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol

Das Land Tirol fördert im Rahmen der Wohnbauförderung einerseits die Errichtung von Wohnhäusern, Wohnungen und Wohnheimen. Andererseits auch den Ersterwerb von Wohnhäusern und Wohnungen, sowie den Erwerb von mindestens 10 Jahre alten Wohnhäusern und Wohnungen und weitere Maßnahmen.

Von der Förderung ausgenommen sind hingegen alle Liegenschaften, die nicht zur Befriedigung des regelmäßigen Wohnbedürfnisses dienen. Anders formuliert: Liegt ein dringendes und regelmäßiges Wohnbedürfnis vor, und erfüllt der Antragssteller sämtliche Kriterien und Voraussetzungen kann er, oder seine begünstigte Person, eine Wohnbauförderung in Tirol bzw. Ost-Tirol in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich fördert das Land Tirol durch Förderungskredite, Zuschüsse und Beihilfen. Die Höhe richtet sich wiederum nach der Haushaltsgröße, der netto-Nutzfläche und den ökologisch-energetischen Kriterien.

Vielleicht noch kurz zum Begriff der „begünstigten Person“. Dabei handelt es sich, ganz allgemein gesprochen, um eine Person mit dringendem Wohnbedarf und der Absicht ausschließlich für den Eigenbedarf eine geförderte Wohnung zu erwerben. Dabei darf das monatliche Familien-Einkommen bestimmte Beträge nicht überschreiten und auch das Eigentums- bzw. Nutzungsrecht an bisherigen Liegenschaften muss für die Inanspruchnahme aufgegeben werden.

Förderbare Nutzfläche

Auch in Tirol bzw. Ost-Tirol spielt die förderbare Nutzfläche eine wichtige Rolle zur Berechnung der förderbaren Kosten. Antragssteller haben bei der Wohnbau-Förderung in Tirol bzw. Ost-Tirol nämlich die Möglichkeit, einen Förderkredit, einen Wohnbauscheck oder Beihilfen in Anspruch zu nehmen. Je nach Haushaltsgröße und in Abhängigkeit zur maximal förderbaren Nutzfläche gelten dann bestimmte Grenzen. Im Detail gestaltet sich die Staffelung wie folgt:

  Maximal förderbare Nutzfläche in m²
Haushalt – Personen Förderungskredit, Wohnbauscheck Beihilfen
1 85 50
2 85 70
3 95 90
4 110 110
5 110 130
6+ 110 150

Allgemeine Voraussetzungen für die Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol

  1. Die Gesamtkosten für die Errichtung müssen angemessen und in normaler Ausstattung ausgeführt sein.
  2. Das Objekt muss ausreichend gegen mögliche Brandschäden versichert sein und es dürfen keine klimaschädlichen Materialien für den Bau verwendet werden.
  3. Die Gestaltung der Liegenschaft muss zeitgemäßen Wohnbedürfnissen entsprechen.
  4. Das zu fördernde Objekt benötigt einen Energieausweis, denn eine Förderung wird nur dann gewährt, wenn bestimmte Höchstwerte eingehalten werden. Mehr Infos findest du dazu übrigens HIER!
  5. Auch die Haustechnik bzw. Energieversorgung muss bestimmte Mindeststandards vorweisen.

Personenbezogene Voraussetzungen

Eine Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol wird aber auch nur dann gewährt, wenn das monatliche Haushaltseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Das monatliche netto Einkommen einer Person darf beispielsweise 3.000,- Euro nicht übersteigen. Bei einem zwei-Personen-Haushalt liegt diese Grenze dann bei 5.000,- Euro, bei drei Personen bei 5.370,- Euro und für jede weitere Person im Haushalt steigt die Grenze jeweils um 370,- Euro pro Monat.

Aber Achtung! Wenn man schon mit 100,- Euro pro Monat darüber liegt, kürzt sich die Förderhöhe um schmerzhafte 25 %. Jeder weitere angefangene Hunderter über dieser Grenze kürzt die Förderung wiederum. Zuschüsse sind von dieser Kürzungsregelung im Normalfall allerdings nicht betroffen.

Förderungskredit Neubau

Errichtung von Wohnhäusern mit Mietwohnungen

Wie bereits erwähnt, ist auch der Förderkredit abhängig von der Netto-Nutzfläche. Darunter wird das zahlenmäßige Verhältnis zwischen der gesamten Nutzfläche und der Fläche des Baugrundstücks verstanden. Grundflächen mit einer Neigung von mehr als 30 Grad werden mit nur 2/3 der betroffenen Fläche berechnet.

Für eine Netto-Nutzflächendichte von mehr als 0,55 gibt es einen Förderungskredit von 1.270,- Euro pro m² (mit Annuitätenzuschuss). Liegt die Nutzflächendichte zwischen 0,4 und 0,55 ergibt das einen Förderkredit von 1.150,-/m², ebenso mit Annuitätenzuschuss. Bis 0,4 winken ebenso 1.150,-/m², allerdings ohne Annuitätenzuschuss.

Vorhaben in nicht verdichteter Bauweise

Soll ein Objekt in nicht verdichteter Bauweise errichtet oder zum Ersterwerb des Eigenheimes erworben werden, beträgt der Förderkredit 45.000,- Euro. Sollen zwei Wohnungen darin errichtet werden, wird in der Regel nur eine der beiden Wohnungen nach den Wohnbauförderungsrichtlinien gefördert. Ausgenommen davon ist das begründete Wohnungseigentum oder aber wenn für beide Eigentümer ein förderbarer Wohnbedarf besteht.

Vorhaben in verdichteter Bauweise

Soll ein Doppel-, Reihen- oder Gruppenhaus errichtet, eine Eigentumswohnung oder eine Mietwohnung für nicht-nahestehende Personen in verdichteter Bauweise erworben werden, orientiert sich der Fixbetrag pro m² am Grundverbrauch. Im Detail bedeutet das:

Durchschnittlicher Grundverbrauch von mehr als… Fixbetrag/m² förderbarer Nutzfläche in €
350 bis maximal 400 m² 750,-
300 bis maximal 350 m² 880,-
250 bis maximal 300 m² 1.000,-
200 bis maximal 250 m² 1.150,-
maximal 200 m² 1.270,-

Vorhaben ohne weiteren Grundverbrauch

Wird etwa eine Wohnung in einem Dachboden errichtet, handelt es sich um ein Vorhaben ohne weiteren Grundverbrauch. Die dabei förderbare Nutzfläche beträgt 1.000,-/m².

Zuschüsse bei der Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol

Wohnbauscheck

Der Wohnbauscheck ist ein nicht-rückzahlbarer Zuschuss und beträgt 35 % des fiktiv ermittelten Förderungskredites. Er wird nur einmal und nur für ein Objekt gewährt, sofern sämtliche Kriterien, wie etwa die Befriedigung des Wohnbedürfnisses, erfüllt sind und muss mindestens 10 Jahre in diesem Sinne verwendet werden. Der Verkauf der Liegenschaft ist in diesem Zeitraum nicht zulässig. Ausgezahlt wird der Wohnbauscheck frühestens nach Eintragung ins GRUNDBUCH, bzw. in Abhängigkeit des Baufortschritts.

Zuschuss für Kinder (nicht-verdichtete Bauweise)

Der Zuschuss für Kinder im Rahmen der Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol ist im Rahmen der Subjektförderung bei der Errichtung oder dem Ersterwerb bei einer nicht verdichteten Bauweise gültig. Der Zuschuss beträgt 2.500,- Euro pro Kind. Anspruch darauf haben Kinder im Haushalt des Förderwerbers, die auch Familienbeihilfe beziehen, oder aber Kinder des Förderwerbers, die bis 10 Jahre nach Zusicherung der Förderung geboren werden und folglich im selben Haushalt leben. Wichtig zu wissen ist dabei, dass der Zuschuss für Kinder binnen 12 Monaten nach deren Geburt beantragt werden muss. Andernfalls verfällt er. Ausgezahlt wird diese Förderung nach Abschluss und Prüfung der Endabrechnung.

Wohnstart-Hilfe

Die sogenannte Wohnstart-Hilfe des Landes Tirol orientiert sich stark an den Bedingungen des Wohnbauschecks. Das bedeutet auch, dass die damit geförderte Eigentumswohnung in einer verdichteten Bauweise mit mindestens drei Eigentumswohnungen liegen muss, welche wiederum der Befriedigung des regelmäßigen Wohnbedürfnisses dienen müssen. In diesem Sinne ist klar, dass sich die Wohnstart-Hilfe nur an Familien richtet und auch nur diesen gewährt wird. Die Förderhöhe variiert dabei, je nach Einkommen, zwischen 2.000,- und 16.000,- Euro. Die genauen Details zur Staffelung gibt’s HIER!

Zusatzförderungen

Neben dem Förderkredit und den Zuschüssen gewährt das Land für geförderte Vorhaben auch eine Zusatzförderung für umweltfreundliche Maßnahmen. Dieser einmalige und nicht-rückzahlbare Zuschuss wird aus der Gesamtzahl der Punkte mit der förderbaren Nutzfläche multipliziert. Bei Wohnungen gilt eine Obergrenze von 110 m² und einem Multiplikator von 12,- Euro. Für Gebäude liegt diese Grenze bei maximal 300 m² und bei 10,- Euro.

Gefördert werden etwa die Verbesserung der Energieeffizienz, thermischer Komfort und Raumluftqualität, ökologische Baustoffe, Qualitätsnachweise der Planung, Klimawandelanpassungen oder umweltfreundliche Mobilität.

Kleinbauvorhaben & strukturschwacher, ländlicher Raum

Auch Kleinbauvorhaben und Vorhaben im ländlichen Raum können Punkte machen. Bei diesem Zuschuss handelt es sich ebenso um eine nicht-rückzahlbare Förderung und gilt für Neubau-Vorhaben. Ausgenommen von dem Zuschuss sind jedoch Bauprojekte mit ein oder zwei Wohneinheiten, etwa ein Reihenhaus. Auch hier ergibt sich die Zuschuss-Höhe aus der Gesamtzahl der Punkte mal der geförderten Nutzfläche. Der zu multiplizierende Punktewert beträgt hier 10,- Euro und die Obergrenze der Nutzfläche liegt ebenso bei 110 m².

Beihilfen

Um die Beihilfe der Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol beziehen zu können, muss seit mindestens fünf Jahren ein Hauptwohnsitz in diesem Bundesland bestehen. Voraussetzung dafür ist zudem, dass der angemessene Wohnungsaufwand die zumutbare Wohnungsaufwandsbelastung übersteigt.

Berechnet wird der Wohnungsaufwand auf Grund des zugesicherten Finanzierungsplanes. Dabei werden nur hypothekarisch besicherte Kredite berücksichtigt, die zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Beihilfen nicht höher liegen als 5,25%-Punkte über dem jeweiligen Anpassungszeitpunkt (EURIBOR). Die für diese Beihilfe anrechenbare Nutzfläche beträgt bei einer Person maximal 50 m² und erhöht sich durch jede weitere Person im Haushalt um je 20 m². Weitere Details und Voraussetzung findest du HIER.

Erwerb von Wohnungen und Häusern 10 Jahre +

Neben dieser Vielzahl von Förderungen, Zuschüssen und Beihilfen fördert das Land Tirol auch den Erwerb von Wohnungen und Häusern, deren Baubewilligung bereits schon einige Jahre zurück liegt. Besser ausgedrückt: Es müssen mindestens 10 Jahre sein. Zudem dürfen diese Objekte auch nicht mehr wohnbaugefördert sein und müssen einen angemessenen Preis haben.

Diese Förderung orientiert sich ebenfalls an der Anzahl der zukünftig im Haushalt lebenden Personen und hängt außerdem von der Wohnnutzfläche ab. Der Kredit darf dabei nur 50 % des Gesamtkaufpreises ausmachen, beim Wohnbauscheck liegt die Höchstgrenze bei 17,5 %.

Haushaltsgröße Min. Nutzfläche in m² Kredit in € Wohnbauscheck (statt Kredit) in €
1 oder 2 Personen 30 15.000,- 5.250,-
  60 18.000,- 6.300,-
3 Personen 85 21.000,- 7.350,-
4 Personen 95 24.000,- 8.400,-
5+ Personen 110 26.000,- 9.100,-

Kreditkonditionen der Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol

Der Förderkredit des Landes Tirol hat eine Laufzeit von maximal 35 Jahren. Die Verzinsung erfolgt dabei im Jänner, April, Juli oder Oktober. Die Rückzahlung hingegen erfolgt in Vierteljahresraten, allerdings ist die erste Rate zum Ende des 3. Monats nach dem Beginn der Verzinsung fällig.  Infolgedessen gestaltet sich die Verzinsung und Rückzahlung des Förderkredits wie folgt:

Zeitraum Zinssatz Tilgung Annuität p. a. (Zinssatz + Tilgung)
1. – 5. Jahr 0,00 % 0,50 % 0,50 %
6. – 10. Jahr 0,50 % 0,50 % 1,00 %
11. – 15. Jahr 1,00 % 1,00 % 2,00 %
16. – 20. Jahr 1,50 % 1,00 % 2,50 %
21. – 25. Jahr 2,50 % 2,50 % 5,00 %
ab dem 26. Jahr 3,50 % 3,50 % 7,00 %
ab dem 31. Jahr 5,00 % 5,00 % 10,00 %

Stand: 10.06.2021 – Alle Angaben ohne Gewähr! Die allgemeinen Förderbedingungen für Österreich findest du HIER!


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Wohnbauförderung in Tirol und Ost-Tirol: Helmuth Fineder

Helmuth Fineder

Regionalleitung Tirol

Ich komme aus...
Zell am See.
In meinem Leben finanzierte ich bisher...
mehr als ich mich nach 25 Jahren noch erinnern könnte.
Am besten kann ich...
mit Menschen. Bin aber auch tierlieb.
Bei meiner Arbeit mag ich am liebsten...
den Umgang mit Interessenten und Kunden.
Besonders toll finde ich,...
wenn wir neben dem Kredit auch Freude vermitteln können.
Ich finanziere derzeit selber...
Häuser und Wohnungen.
Bei schlau-finanziert bin ich...
genau richtig!

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