Das Thema „Wohnbauförderung“ in Österreich führt bei wohl 97,6 % der Bevölkerung zu Übelkeit, Schüttel, Panik, Friedhofsblond und Flucht. Der Grund: Hier durchzublicken ist absolut unmöglich, denn jedes Bundesland kennt andere Richtlinien die sich wiederum in sich unterscheiden und viele fragen sich, ob sich der Aufwand der Inanspruchnahme für die Höhe der Förderung überhaupt lohnt. Eine berechtigte Frage! Wir sagen: JA! Wir gehören zu den restlichen 2,4 % und wir werfen heute einen Blick auf die Förderlandschaft in Salzburg…


Überregionale Bestimmungen der WBF


Bevor wir uns den regionalen Bestimmungen zur Wohnbauförderung widmen, dürfen wir Ihnen die wenigen, allgemein gültigen Informationen zur Wohnbauförderung in Österreich zukommen lassen:

  • Umweltschonendes Wohnen wird positiv bewertet
  • Finanzielle Unterstützungen (Familien-, oder Studienbeihilfe, Pflegegeld, Waisenpension, etc.) werden nicht zum Einkommen dazu gezählt. Über die Höhe der Förderung entscheidet das Jahreseinkommen.
  • Es gibt mehrere Arten der Wohnbauförderung:
    • Einmalige Zuschüssen (müssen nicht zurück gezahlt werden)
    • Zins- oder Annuitätenzuschüsse, bei der Darlehensrückzahlung
    • Landes- bzw. Eigenmittelersatzdarlehen (begünstigte Konditionen)
    • Übernahme von Bürgschaften (zur Ermöglichung eines Darlehens)
    • Es gibt noch eine weitere Unterscheidung der Wohnbauförderung:
      • Förderung spezifischer Baumaßnahmen (z. B. Energiesanierung)
      • Personenförderung (z. B. bei dringendem Wohnbedarf)
  • Für die Inanspruchnahme einer Förderung müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
    • Der Antragsteller muss österreichischer Staatsbürger oder gleichgestellt sein (z. B. EU).
    • Der Antragsteller mit (Mit-)Eigentümer der Liegenschaft sein oder im Besitz einer Baugenehmigung.
    • Die Immobilie muss das ganze Jahr über als Hauptwohnsitz genutzt werden (wird mit Stichproben überprüft!)
    • Der bisherige Wohnsitz muss spätestens sechs Monate nach Bezug des geförderten Eigenheims aufgegeben werden.
    • Die Immobilie muss auf den Einsatz fossiler Brennstoffe gänzlich verzichten.
    • Einhaltung der Netto-Einkommensgrenze und Nachweis über ein gesichertes Mindesteinkommen.
    • Bei Neubau muss der Antrag rechtzeitig gestellt werden – die Bearbeitung dauert durchschnittlich 6 Monate.
    • Die Finanzierung der Immobilie muss nachgewiesen werden.
  • Die Wohnbauförderung meint die Schaffung von Wohnraum. Darunter fällt:
    • Neubau
    • Sanierung
    • Renovierung
    • Umbau
    • Zubau

… es geht noch weiter: Berechnung der WBF

  • Als Ausgangspunkt der Förderhöhe zählt in erster Linie die Anzahl der im Haus lebenden Personen und die Summe ihrer Einkünfte pro Jahr. Abgezogen werden Versicherungsbeiträge, Werbungskosten, Lohnsteuerbeträge. Für Angestellte gilt das Vorjahres-Haushaltseinkommen, für Selbständige der Vorjahres-Einkommenssteuerbescheid.
  • Mit jedem Kind steigt zusätzlich die Einkommenshöchstgrenze
  • Auch die Energieeffizienz des Hauses spielt für die Berechnung des Förderbetrags eine Rolle

Diese Bestimmungen sind für die Wohnbauförderung in ganz Österreich gültig.


Wohnbauförderung in Salzburg


Die Wohnbauförderung in Salzburg besteht aus einem Grundbetrag und diversen Zuschüssen. Die Auszahlung des Förderbetrags erfolgt in Salzburg erst nach der Fertigstellung bzw. Übergabe des fertigen Wohnraums und erfordert einen Nachweis über die Erfüllung der Voraussetzungen sowie eine Meldebestätigung mit Hauptwohnsitz in der geförderten Liegenschaft. Geförderte Bauvorhaben können sein:

  • Errichtung von
    • Doppel- und Einzelhäusern
    • Bauernhäusern
    • Häusern in der Gruppe, Wohnungen im Wohnungseigentum in einem Bau mit mindestens drei Wohnungen
    • Schaffung von neuem Wohnraum durch Auf-, Zu- oder Ein- bzw. Anbau
  • Kauf von einer neu errichteten Wohnung oder eines Hauses in der Gruppe von einem Bauträger
  • Sanierungsmaßnahmen

Unter Berücksichtigung der maximal förderbaren Wohnnutzfläche wird die Wohnbauförderung in Salzburg vergeben für:

  • Einzelpersonen
  • Jungfamilien, bzw. Alleinerziehende Familien mit Kindern
  • Bauvorhaben, die wenig Grundnutzfläche in Anspruch nehmen
  • energetisch und ökologisch sinnvolle Maßnahmen
  • Standortqualitäten
  • Barrierefreiheit/altersgerechtes Wohnen

Die förderbare Wohnnutzfläche in Salzburg staffelt sich wie folgt:

  • 1 Person: 55 m²
  • 2 Personen: 65 m²
  • 3 Personen: 80 m²
  • 4 Personen: 90 m²
  • pro weiterer Person: 10 m²

Voraussetzungen für die Wohnbauförderung in Salzburg

Wer eine nicht-rückzahlbare Wohnbauförderung beantragen möchte, muss sämtliche Kriterien einer „begünstigten Person“ erfüllen. Darunter fällt die Volljährigkeit, der Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft (oder EWR-Bürger) aber auch die Einhaltung der Einkommensgrenzen. Wie in den meisten Bundesländern gilt auch für Salzburg, dass die geförderte Liegenschaft nach der Fertigstellung den Zweck des Hauptwohnsitzes des Antragstellers erfüllen muss. Der alte Hauptwohnsitz muss in Salzburg innerhalb eines Jahres nach Fertigstellung der geförderten Liegenschaft aufgegeben werden. Sobald der Förderantrag eingereicht ist gilt: Die Wohnungsübergabe darf nicht mehr als sechs Monate zurück liegen (ausgenommen Kauf durch den Erstmieter).

Die sogenannte „begünstigte Person“ muss auch der erste Bewohner des Hauses bzw. der neu errichteten Wohnung sein, außer es handelt sich um den Erstmieter, der zum Käufer wurde und das Objekt schon eine Weile bewohnt.

Wohnbauförderung Salzburg Einkommen Grenze

Sanierungsförderung Salzburg

Sanierungsförderungen in Salzburg sind einmalige, nicht-rückzahlbare Förderungen und für alle Arbeiten, die der Erhaltung und Verbesserung bestehender Liegenschaften dienen gedacht. Beispielsweise der nachträgliche Einbau von Wärmeschutzmaßnahmen, eine Energiesanierung, Maßnahmen zum behinderten- bzw. altersgerechten Wohnen, Schaffung von neuem Wohnraum in bestehenden Gebäuden. Im übrigen sieht die Salzburger Wohnbauförderung für Sanierungsfälle vor, dass bauliche Arbeiten an dem zu sanierenden/zu fördernden Gebäude mindestens fünf Jahre in der Vergangenheit liegen müssen. Die Sanierung eines 3-Jahre alten Objekts fällt somit nicht unter die Sanierungsförderung!

Rückzahlung Salzburger Wohnbauförderung

Personen, die noch ein altes Förderdarlehen in Anspruch genommen haben, können durch die Änderungen auf eine fixe Ratenzahlung umsteigen, allerdings lässt sich die Ratenhöhe nun auch entsprechend schlecht abschätzen, da sie nicht länger jährlich vom Jahresnettoeinkommen neu berechnet wird.

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Florian Rosenstatter schlau-finanziert.at
„Wir helfen gerne, den individuellen Förderungsanspruch zu ermitteln.
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