Wohnbauförderung in Kärnten
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Die Wohnbauförderung in Kärnten ist nicht mehr oder weniger kompliziert, als in all unseren anderen Bundesländern auch. Das bedeutet, dass die genauen Richtlinien, wer eine Wohnbauförderung in Kärnten bekommt, wieder anders gelagert sind als in Wien oder Salzburg. Wie genau sich die Wohnbauförderung in Kärnten jedenfalls regelt, haben wir versucht zusammen zu fassen. Gerne informieren wir dich aber auch live, vor Ort, in Farbe und entsprechend deiner Ausgangslage über mögliche Förderansprüche.


Wohnbauförderung in Kärnten

Seit etwa Anfang 2018 gelten für die Wohnbauförderung in Kärnten neue Regelungen. Diese konzentrieren sich übrigens vor allem auf leistbares und obendrein auch ökologisches Wohnen. Kurz gesagt, also ein Trend, der mitunter in der gesamten WBF-Landschaft in Österreich zu finden ist. Dennoch tickt die Wohnbauförderung in Kärnten ein kleines bisschen anders, als im Rest des Landes. Denn diese Förderungen können von Eigentümern einer Bauliegenschaft bzw. von Eigentumswohnungen für begünstigte Personen beantragt werden. Wer demgemäß als begünstigte Person gilt, legt das Land Kärnten folgendermaßen fest:

Die Person muss auf jeden Fall

  • die Volljährigkeit erreicht haben,
  • eine österreichische Staatsbürgerschaft (oder gleichgestellt) besitzen,
  • den Wohnbedarf nachweisen können,
  • sowie ganzjährig die geförderte Wohnung als Hauptwohnsitz nützen und
  • zudem jegliche Rechte an bisher verwendeten Wohnungen binnen 6 Monate aufgeben.

Zudem gibt es auch eine Voraussetzung hinsichtlich des netto Jahres- bzw. Familien-Einkommens. Dieses darf folgende Grenzen nicht überschreiten:

Haushaltsgröße Jahres-Netto-Einkommen  2/3 des Jahres-Netto-Einkommens
1 Person 38.000 Euro 25.333 Euro
2 Personen 55.000 Euro 36.667 Euro
3 Personen 61.000 Euro 40.667 Euro
4 Personen 67.000 Euro 44.667 Euro
für jede weitere Person 6.000 Euro 4.000 Euro

Nicht als Einkommen zählt einerseits die Familienbeihilfe, andererseits die Familienförderung des Landes. Aber auch die Studienbeihilfe und Einkünfte aus Ferialarbeit bzw Praktika zählen folglich nicht als Einkommen. Auch Leistungen aufgrund einer Behinderungen, ebenso wie Einmalprämien oder aber Belohnungen, Abfertigungen und Pflegegeld gehören ebenfalls nicht zum Einkommen.

Förderungsarten

Kärnten fördert im Grunde genommen die Errichtung von Eigenheimen, Gebäuden im Gruppewohnbau oder aber eines Doppelhauses. Voraussetzung dabei ist, dass es sich maximal um zwei Wohneinheiten handelt und diese obendrein für den eigenen Wohnbedarf gedacht sind. Überdies auch eine Zweitwohnung für den Bedarf einer nahestehenden, begünstigten Person. Aber auch der Auf-, Zu-, Um- oder Einbau für den eigenen Wohnbedarf oder den der nahestehenden, begünstigten Person wird ebenfalls gefördert.

Nutzflächen

Gefördert wird dabei schließlich die Nutzfläche. Besser formuliert also jene Bereiche der Liegenschaft, die auch wirklich als Wohnraum genutzt werden können. Solch eine Nutzfläche darf jedenfalls nicht größer sein als 130 m². Bei mehr als fünf Personen liegt die Grenze übrigens bei 150 m². Eine Überschreitung, etwa dann, wenn sieben Personen dem Haushalt angehören, kann möglichweise in begründeten Ausnahmefällen genehmigt werden. 

Nicht zur Nutzfläche zählen hingegen etwa Keller und Dachboden, sofern er nicht für Wohnzwecke geeignet ist. Aber ebenso auch Treppen, Balkone, Terrassen und zudem auch Räume für technische Zwecke oder Lagerräume. Wie anfangs bereits erwähnt ist die förderbare Nutzfläche von der Haushaltsgröße abhängig. 

Förderbare Nutzfläche

1 Person = 50 m²
2 Personen = 65 m²
3 Personen = 75 m²
4 Personen = 90 m²
5 Personen = 105² m²
6 Personen = 115 m²
darüber hinaus = 125 m²

Kärnten legt ebenfalls großen Wert auf energetische Anforderungen bei der Förderung. Für die Inanspruchnahme der Wohnbauförderung in Kärnten ist beispielsweise im Fernwärmebereich ein Anschluss an das Fernwärmenetz verpflichtend. Abgesehen davon gibt es auch andere mögliche Systeme, welche eine Förderung einbringen. Beispielsweise Systeme erneuerbarer Energien mit hohen Effizienzstandards, mitunter auch Wärmepumpen, Brauchwasserpumpen und der gleichen.

Förderhöhe der Wohnbauförderung in Kärnten

Wer schließlich einen Wohnraum im Eigentum in Kärnten errichtet, kann obendrein zwischen Förderkrediten und Annuitätenzuschüssen oder sogar dem sogenannten Häuslbauer-Bonus wählen. Der Förderkredit ist mit anderen Worten ein Landeskredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren. In den ersten 20 Jahren wird er mit 0,5 Prozent verzinst, in den folgenden Jahren dann entsprechend mit 1,5 Prozent pro Jahr. Des Weiteren wird der Förderkredit in monatlichen Teilbeträgen zurückgezahlt. 

Neben dem Förderkredit wird ein anderer Teil der Förderung als Annuitäten-Zuschuss vergeben, der infolgedessen die monatliche Ratenzahlungen erleichtert. Dieser wird für maximal zehn Jahre gewährt und beträgt in den ersten fünf Jahren dabei 4,00 Prozent. Vom sechsten bis ins zehnte Jahr anschließend dann 3,00 Prozent pro Jahr.

Berechnung der Wohnbauförderung

Die Wohnbauförderung in Kärnten setzt sich also dementsprechend aus der Basis-Förderung, also maximal 400 Euro pro m² Nutzfläche, und den Bonusbeträgen zusammen. Von diesem gesamten Förderungsbetrag können folglich 60 Prozent Förderungskredit in Anspruch genommen werden und infolgedessen 40 Prozent durch den Annuitätenzuschuss.

Bonusbeträge

Wie soeben erwähnt, kommen zur Basisförderung noch Bonusbeträge hinzu. Die Vergabe orientiert sich mitunter daran, ob es sich um die Errichtung von Wohnraum handelt, oder um den Erwerb. Somit sieht die Wohnbauförderung in Kärnten folgende Staffelung für den Erhalt von Bonusbeträgen vor:

Bonusbeträge zuzüglich zur Basisförderung Errichtung von Wohnraum im Eigentum bzw. Erwerb von Eigeneheimen Erwerb von Eigentumswohnungen

Verdichtete Bauweise und Nachverdichtung

   
Grundstück: 500 – 750 m² 50 Euro pro m² für Nutzfläche  
Grundstück: unter 500 m² 100 Euro pro m² für Nutzfläche  
Nachverdichtung 150 Euro pro m² für Nutzfläche  

Grundverbrauch je Wohnung

   

unter 240 m²

  50 Euro pro m² für Nutzfläche

unter 200 m²

  100 Euro pro m² für Nutzfläche

unter 160 m²

  150 Euro pro m² für Nutzfläche

Umweltbonus Öko-Index laut Energieausweis

   

160 – 120

1.500 Euro 20 pro m² für Nutzfläche

bis 120

4.000 Euro 50 pro m² für Nutzfläche

bis 80

6.000 Euro 80 pro m² für Nutzfläche

bis 40

8.000 Euro 100 pro m² für Nutzfläche

Bonus für Sonnenenergie

   
Thermische Solaranlage

400 Euro pro m² Apertur-Fläche bis maximal 6.000 Euro

15 Euro pro m² für Nutzfläche

Photovoltaik

1.000 Euro pro kWp, bis maximal 8.000 Euro

3 Euro pro m² für Nutzfläche bis maximal 8.000 Euro

Sonstige

   
Barrierefreie Bauweise

10.000 Euro

 
Elektromobilität

700 Euro

 
Dach- bzw Fassadenbegrünung

50 Euro pro m² (maximal 5.000 Euro)

15 Euro pro m² für Nutzfläche

strukturschwacher, ländlicher Raum

7.000 Euro

7.000 Euro

Jungfamilie

12.000 Euro

12.000 Euro

Kinderbonus

1.000 Euro

1.000 Euro

behindertengerechte Maßnahmen

15.000 Euro

15.000 Euro

Standortqualität

5.000 Euro

5.000 Euro

Passivhaus

100 Euro pro m² für Nutzfläche

 
Niedrigtemperaturheizung  

10 Euro pro m² für Nutzfläche

klimaaktiv Silber  

180 Euro pro m² für Nutzfläche

klimaaktiv Gold  

200 Euro pro m² für Nutzfläche

Zuschlag für niedriges Einkommen

3.000 Euro

3.000 Euro

Jungfamilie, schließlich genauso förderwürdig

Genauso wie in den anderen Bundesländern, gilt auch in Kärnten die magische Grenze des 35. Lebensjahres, wenn es um die Förderung der Jungfamilie geht. Anders formuliert: Eine Jungfamilie ist/sind:

  • Ein Ehepaar (oder folglich eingetragene Partnerschaft) mit oder ohne Kinder, sofern beide Partner das 35. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch nicht vollendet haben.
  • Lebensgefährten, die beide zum Zeitpunkt der Antragsstellung das 35. Lebensjahr ebenso noch nicht vollendet haben. Zumindest einer der beiden hat ein Kind hat das auch Familienbeihilfe bezieht.
  • Alleinstehende, die entsprechend das 35. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht erreicht und zudem ein Kind haben, das Familienbeihilfe bezieht.

Häuslbauerbonus als Wohnbauförderung in Kärnten

Bei der Wohnbauförderung in Kärnten hat man neben dem Förderkredit und dem Annuitätenzuschuss zudem auch noch die Möglichkeit, auf den Häuslbauerbonus zurück zu greifen. Kurzum handelt es sich dabei um einen einmaligen, nicht-rückzahlbaren Zuschuss, der sich folgendermaßen zusammen setzt:

Häuslbauerbonus (einmalig):

15.000 Euro

Bonus für verdichtete Bauweise und Nachverdichtung

 
Grundstück: 500 – 750 m² 3.000 Euro
Grundstück: unter 500 m² 5.000 Euro
Nachverdichtung 7.000 Euro
Abbruchkosten 5.000 Euro

Umweltbonus Öko-Index

 

160 – 120

600 Euro

bis 120

1.600 Euro

bis 80

2.400 Euro

bis 40

3.200 Euro

Thermische Solaranlage

250 Euro je m² Aperturfläche (maximal 3.750 Euro)

Photovoltaik

480 Euro je kWP (maximal 3.840 Euro)

Elektromobilität

300 Euro

Dachbegrünung

15 Euro pro m² (maximal 1.500 Euro)

Standortqualität

2.000 Euro

Passivhaus

3.000 Euro

Auszahlung der Wohnbauförderung in Kärnten

Förderkredit

Die Auszahlung des Förderkredits der Wohnbauförderung in Kärnten erfolgt darüber hinaus nach Abschnitten. Dies ist keinesfalls ungewöhnlich, sondern wird unter dem Strich in vielen Bundesländern so gehandhabt. In Kärnten bekommt man beispielsweise 70 Prozent nach der Vorlage der erstrangigen Eintragung ins Grundbuch (inkl. eingetragenem Veräußerungsverbot). Bedingung ist weiter die Bestätigung der Gemeinde bzw. Baubehörde, sobald der Rohbau fertig gestellt ist. 

Zuletzt werden die noch offenen 30 Prozent der Förderung fällig, sobald die antragskonforme Durchführung des Bauvorhabens bestätigt ist. Voraussetzung ist die Meldung über die Bauvollendung und den Hauptwohnsitz. 

Annuitätenzuschuss

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird der Annuitäten-Zuschuss schließlich halbjährlich ausgezahlt. Dafür notwendig ist einerseits der Nachweis über die Aufnahme des Kredits in mindestens der Höhe, in der der Annuitäten-Zuschuss erfolgt ist. Andererseits die natürlich auch die Vorlage der erforderlichen Verwendungsnachweise. 

Ersterwerb von Wohnraum

Beim Ersterwerb von Wohnraum hängt die Art und Weise der Auszahlung ebenso von der Form der Förderung ab. Es geht anders formuliert auch hier darum, ob die Förderung als Förderkredit oder als Annuitäten-Zuschuss in Anspruch genommen wird. 

Fallbeispiel zur Wohnbauförderung in Kärnten

Gehen wir im ersten Beispiel von der Variante des Förderkredits aus. Nehmen wir dafür mal an, dass ein freistehendes Eigenheim errichtet werden soll und nennen wir die Jungfamilie mit zwei Kindern Familie Huber. Herr und Frau Huber entscheiden sich für ein Haus mit 130 m² Nutzfläche im ländlichen und somit strukturschwächeren Raum. 

Berechnung der Wohnbauförderung in Kärnten

Wie wir der oberen Tabelle also entnehmen können, gibt es für einen 4-Personen-Haushalt folglich eine förderbare Nutzfläche von 90 m². Das bedeutet aber wohingegen auch, dass die restlichen 40 m² eben entsprechend den Richtlinien nun nicht förderbar sind. Wir wissen weiter, dass die Basis-Förderung dabei 400 Euro pro m² beträgt. Somit kommen wir folgerichtig auf eine Basisförderung in Höhe von 36.000 Euro. Weitere 1.500 Euro gibt's mitunter für den Umweltbonus (Öko-Index 160 – 120). Für die Photovoltaik-Anlage winken immerhin 6.000 Euro und obendrein weitere 5.000 Euro für die Dachbegrünung. Aber das ist noch nicht alles. Auch den Ansprüchen der Elektromobilität werden die vier gerecht. Mit anderen Worten kommen immerhin weitere 700 Euro dazu. 

Frau und Herr Huber möchten aber auch noch im Alter in diesem Eigenheim wohnen und entschließen sich in diesem Sinne für eine barrierefreie Bauweise. Diese Entscheidung bringt zusätzliche 10.000 Euro auf ihr Förderkonto. Dazu die 7.000 Euro für den ländlichen Raum, die 12.000 Euro Jungfamilienbonus und nicht zuletzt der Kinderbonus in Höhe von 1.000 Euro pro Kind.

Das heißt, die gesamte Fördersumme von Familie Huber beträgt also 80.200 Euro. 

Der Förderkredit setzt sich, wie wir ebenso von oben wissen, aus 60 Prozent Darlehen und 40 Prozent Annuitäten-Zuschuss zusammen. Das bedeutet im Fall von Familie Huber, dass sie 48.120 Euro über das Förderungsdarlehen, sowie 32.080 Euro über den Annuitäten-Zuschuss beziehen können.

Weitere Infos & Details findest du übrigens HIER! Stand: 21.04.2021 – Alle Angaben ohne Gewähr! Die allgemeinen Förderbedingungen für Österreich findest du HIER!


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Bernd Schinegger

Finanzierungsberater


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