Wohnbauförderung Burgenland
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Wohnbauförderung im Burgenland

20. April 2021
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Die Wohnbauförderung im Burgenland ist eine eigene Wissenschaft. Doch keine Sorge, das verhält sich in all unseren Bundesländer so. Und weil das ganze Thema dezent schwierig und komplex ist, versuchen wir in diesem Beitrag, etwas Klarheit zu schaffen. Wenn du möchtest, kannst du uns aber auch gerne in unserer Filiale in Eisenstadt besuchen und wir reden konkret und individuell über deine Fördermöglichkeiten!


Wohnbauförderung im Burgenland

Seit dem Jahr 2021 gibt es im Burgenland neue Förderrichtlinien. Und demzufolge einige Änderungen. Diese Änderungen bzw. Neuerungen sind für alle Anträge, die seit dem 01. Jänner 2021 eingelangt sind, gültig. Fassen wir also zusammen, was genau nun neu ist:

  1. Verbesserung der Darlehenskonditionen: Fixverzinsung von 0,9 % für 30 Jahre.
  2. Optimierung im Bereich der Eigenheimsanierung:
    1. Der maximale Förderbetrag wurde um € 15.000,- (auf € 45.000,-) angehoben.
    2. Die Förderquote bei sonstigen Verbesserungs- und Erhaltungsarbeiten (sowie umfassende technische Sanierungen) wurde verdoppelt (auf 50 %).
  3. Erweiterung und Anpassung des Öko-Index-Bonus-Systems: Das Basisdarlehen kann nun um bis zu 40 % erhöht werden.
  4. Begrünung: Bei Neubau und Sanierung wird nun Dachbegrünung (bis max. € 4.000,-), Fassadenbegrünung (bis max. € 5.000,-) gefördert.
  5. Bodenverbrauchssparendes Bauen: Förderung bei der Schließung von Baulücken wird auf € 100,-/m² angehoben (bis max. € 20.000,-).
  6. Abwanderungsbonus: Bau oder Sanierung in Gemeinden mit rückläufiger Bevölkerungsentwicklung erhalten um bis zu € 15.000,- höhere Darlehen.

Zusätzliche Informationen zum Thema findest du übrigens auch HIER.

Voraussetzungen für die Wohnbauförderung im Burgenland

Die Wohnbauförderung im Burgenland ist ausgerichtet auf begünstigte Personen, die einen dringenden Wohnbedarf haben. Begünstigt sind ganz allgemein kurzum jene Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft (oder gleichgestellt; etwa EU-Bürger). Bedingung ist weiter, dass diese ununterbrochen und rechtmäßig ihren Hauptwohnsitz in Österreich seit mehr als zwei Jahren haben. Hinzu kommt, dass sowohl die Einkommenssteuer, als auch die gesetzliche Sozialversicherung nachweislich entrichtet worden ist. AMS-Bezüge, Karenzgeld und ähnliche landes- bzw. bundesgesetzlichen Regelungen zählen überdies als dem gleichgestellte Einkünfte. Begünstigt ist aber auch, wer seit mindestens fünf Jahren rechtmäßig Einkünfte bezogen und Einkommenssteuer, als auch die Sozialversicherung bezahlt hat.

Um eine Wohnbauförderung im Burgenland in Anspruch nehmen zu können, ist es infolgedessen auch notwendig, dass der Hauptwohnsitz im zu fördernden Objekt gemeldet ist. Der Antragssteller darf auch zudem kein zweites gefördertes Objekt besitzen, das in seinem Alleineigentum oder im Miteigentum mit über 50 % liegt.

 

Einkommensvoraussetzungen

Für den Nachweis des Einkommens zählt jeweils der Jahreslohnzettel des vorangegangenen Kalenderjahres. Von diesem Jahresbruttobetrag werden Sonderzahlungen, Zuschüsse, Versicherungsbeträge, Werbungskosten und auch die Lohnsteuer abgezogen. Aber Achtung! Nicht alles, was am Konto landet, ist auch als „Einkommen“ zu bewerten! Denn:

  • die Familienbeihilfe,
  • der Kinderabsetzbetrag,
  • Zuwendungen der Familienförderung des Landes,
  • Pflegegeld,
  • Waisenpension,
  • Einkommen aus Ferialbeschäftigungen,
  • Studienbeihilfen
  • Lehrlingsentschädigungen
  • oder Einkünfte aus dem Zivil- oder Wehrdienst zählen NICHT als Einkommen!

Bei der Einkommensgrenze ist wichtig zu wissen, dass diese nicht überschritten werden darf und dass das festgelegte Mindesteinkommen auch erzielt werden muss. Im Detail bedeutet das:

Personen im Haushalt Mindesteinkommen netto/Monat in € Einkommensgrenze netto/Jahr in €
1 870,- 38.000,-
2 1.200,- 65.000,-
3 1.350,- 66.500,-
4 1.500,- 68.000,-
5 1.500,- 70.000,-

Wohnnutzfläche

Selbstverständlich gibt es nicht nur beim Einkommen Grenzen, sondern eben auch bei der geförderten (Wohn-)Nutzfläche. Im Burgenland liegt diese maximal förderbare Wohnnutzfläche bei 200 m² pro Wohneinheit. Die Mindestgrenze hingegen liegt bei 60 m² pro Wohneinheit. Anders ausgedrückt: Ist eine Wohneinheit zwischen 60 und 200 m² groß, kann sie unter Einhaltung der anderen Bedingungen auch gefördert werden. Wird die Wohnnutzfläche jedoch überschritten, reduziert sich damit der Förderungsbetrag.

Zur Veranschaulichung:

  • Heidi und Heinrich bauen 200 m² Wohnnutzfläche und erhalten 100 % der Förderung.
  • Irene und Ignaz bauen 250 m² Wohnnutzfläche und erhalten 50 % der Förderung.
  • Karin und Klaus bauen 251 m² Wohnnutzfläche und erhalten 0 % Förderung.

Aber: Wohnen mehr als fünf Personen im gemeinsamen Haushalt, steigt damit die förderbare Nutzfläche um je 10 m² für jede weiter Person und hebt somit auch die maximale Wohnnutzflächengrenze an.

… Nehmen wir also an, dass Karin und Klaus drei Kinder haben (in Summe also fünf Personen sind). Karin wird dann wider jeder Erwartung wie aus dem Nichts plötzlich schwanger. Durch dieses Kind steigt ihre förderbare Wohnnutzfläche auf 260 m² (+ 10 m² durch das 4. Kind, also die 6. Person im Haushalt). Mit nur 3 Kindern und 251 m² Wohnnutzfläche hatten sie jeden Anspruch auf eine Förderung verloren. Durch das vierte Kind hingegen erhalten Sie 50 % der Förderung, da ihre Wohnnutzflächen-Grenze nun um 10 m² gestiegen ist!

Die genaue Staffelung (auch Basisförderung, Objektförderung) sieht daher folgendermaßen aus:

Wohnnutzfläche in m² Basisförderung in € Stufe 1 ≥ 30 % Unterschreitung der EKZ in € Stufe 2 ≥ 50 % Unterschreitung der EKZ in €
60 – 100 45.000,- 50.000,- 55.000,-
101 – 130 48.750,- 56.550,- 63.050,-
131 – 150 51.000,- 60.000,- 67.500,-
151 – 180 52.200,- 63.000,- 72.000,-
181 – 200 52.000,- 63.000,- 72.000,-
201 – 250 prozentuelle Kürzung

Neubau-Förderung

Die Berechnung der monatlichen Förderhöhe bei Neubau besteht nach wie vor aus der Subjekt- und der Objektförderung. Allerdings darf der Betrag von 70 % der Gesamtbaukosten nicht überschritten werden.

Subjektförderung

Die Subjektförderung richtet sich, wie der Name schon sagt, nach der im Haushalt lebenden Personen und damit nach deren gemeinsamen Haushalts-Jahres-Netto-Einkommen. Die Subjektförderung stellt durch eine wiederum eigene Staffelung sicher, dass Einkommensschwache Haushalte dringenden Wohnbedarf abdecken können. Es gilt:

Personen im Haushalt 100 % der Förderhöhe in € 60 % der Förderhöhe in € 30 % der Förderhöhe in €
1 35.000,- 37.000,- 38.000,-
2 55.000,- 60.000,- 65.000,-
3 57.000,- 62.000,- 66.500,-
4 60.000,- 64.000,- 68.000,-
5 + 65.000,- 67.500,- 70.000,-

Objektförderung

Die Objektförderung hingegen berechnet sich aus der sogenannten Basisförderung und möglichen Bonusbeträgen, wie etwa Steigerungsbeträgen. Die Basisförderung ist dabei von der Wohnnutzfläche abhängig und auch von der vorgeschriebenen Energiekennzahl (EKZ) in Höhe von 36 kWh/m². Wird diese Grenze unterschritten, steigt die Basisförderung dementsprechend an. Die Staffelung der Basisförderung entspricht der Staffelung der Wohnnutzfläche (siehe oben).

Ökoförderung

Unter die Neu-Bau-Förderungen fällt zudem auch die sogenannte „Ökoförderung“. Sie berechnet sich durch das Haushaltseinkommen, die Wohnnutzfläche und die Energiekennzahl. Mit der Bestimmung der Öko-Kennzahl (ÖI3 BGF1-Wert) wird ein Anpassungsfaktor bestimmt. Eine Öko-Kennzahl unter 120 ergibt beispielsweise einen Anpassungsfaktor von 0,9. Erreicht man eine Öko-Kennzahl unter 40, so ergibt das den Anpassungsfaktor 1,4. Je niedriger also die Öko-Kennzahl ist, desto höher fällt der Anpassungsfaktor infolge aus und damit ein höherer Förderanteil.

Zur Ökoförderung beim Neubau können zudem weitere Pauschalförderungen in Anspruch genommen werden (Steigerungsbeträge). Etwa der Kindersteigerungsbetrag, der Sozialzuschlag, der Bonus für Gemeinden mit Bevölkerungsrückgang oder für Dach- oder Fensterbegrünung. Auch bodenverbrauchsparendes oder barrierefreies Bauen schlägt sich positiv zu Buche. Doch alles der Reihe nach…

Steigerungsbeträge der Wohnbauförderung im Burgenland

Kindersteigerungsbetrag

Minderjährigen Kindern, die zum Zeitpunkt der Antragssteller im gemeinsamen Haushalt leben und das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, kann ein Bonusbetrag in Höhe von € 12.000,- zugeschrieben werden.

Sozialzuschlag

Bei geringem Einkommen kann der Sozialzuschlag in Anspruch genommen werden. Dieser richtet sich nach dem monatlichen pro-Kopf-Einkommen. Er berechnet sich durch das Haushaltseinkommen : Anzahl der im Haushalt lebenden Personen = monatliches pro-Kopf-Einkommen

Kinder unter 16 Jahren werden dabei mit einem Faktor von 0,5 gewichtet!

Liegt dieses Ergebnis über € 1.000,- kann der Sozialzuschlag nicht mehr in Anspruch genommen werden. Bei einem Ergebnis bis € 600,- winken bis zu € 15.000,-, bei einem pro-Kopf-Einkommen bis zu € 800,- können € 10.000,- beantragt werden und € 7.000,- Sozialzuschlag erhält man mit einem pro-Kopf-Einkommen bis zu € 1.000,-.

Weiters kann der Sozialzuschlag bei der Wohnbau-Förderung im Burgenland nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die förderbare Wohnnutzfläche bei einem bis zu vier Personen-Haushalt 130 m² nicht übersteigt. Für jede weitere im Haushalt lebende Person erhöht sich diese Grenze wieder dementsprechend um je 10 m². Eine Überschreitung ist möglich, wenn zusätzliche Sicherheiten hinterlegt werden können. Etwa BÜRGSCHAFTEN, PFANDRECHTE, u. s. w.

Bonus für den Bau in Gemeinden mit Bevölkerungsrückgang

Für Neubau, Zubau oder Aufbau in einer Gemeinde mit einem Bevölkerungsrückgang von ≥ 5,00 % steigt die Darlehenshöhe um bis zu € 15.000,-. Liegt der Rückgang zwischen ≥ 2,00 – 4,99 %, wird ein Bonusbetrag von € 7.500,- zum Darlehen gewährt. Bemessen wird das durch die Werte der Statistik Austria (Beobachtungszeitraum 5 Jahre). In welcher Gemeinde man eine Chance auf den Bonus hat, siehst du HIER! (Heiligenbrunn, aufgepasst!!!!)

Bonus für Dach oder Fensterbegrünung

Allem voran: Ein Blumenstock am Fensterbankerl zählt hier nicht! Will man diese Wohnbau-Förderung im Burgenland in Anspruch nehmen, lohnt es sich einen Blick in die ÖNORM L1131 zu werfen. Diese ist nämlich die Basis für die Bewertung einer sogenannten „Extensiven Dachbegrünung“ (€ 3.000,- Förderung) und einer „Intensiven Dachbegrünung“ (€ 4.000,- Förderung). Die ÖNORM L1136 hingegen bestimmt, wie eine vertikale Außenbegrünung auf der Fassade zu bewerten ist. Dafür fallen dann € 5.000,- Förderung ab.

Barrierefreies Bauen

Wie in den meisten Bundesländern, so zählt bei der Wohnbau-Förderung im Burgenland auch der Aspekt der Barrierefreiheit. Insgesamt kann dabei ein Bonusbetrag von max. 75 % der anfallenden Kosten (max. jedoch € 7.500,-) gewährt werden. Berechnet wird dies mit Kostenvoranschlägen oder Rechnungen. Auch die ÖNORM B 1600 für behindertengerechtes Bauen wird mit 100 % der Kosten gefördert, sofern der Betrag € 15.000,- nicht übersteigt.

Antragsstellung

Anlaufstelle für die Antragsstellung einer Wohnbauförderung ist natürlich die Burgenländische Landesregierung. Ansuchen können aber auch online oder in Gemeinden gestellt werden. Wichtig zu wissen ist, dass es auch bei der Einreichung gewisse Fristen zu beachten gibt. Beim Neubau und bei der Sanierung etwa, kann der Förderantrag maximal 24 Monate nach der Erteilung der Baubewilligung gestellt werden. Saldierte Rechnungen im Sanierungsfall dürfen hingegen nicht älter als ein Jahr sein. Auch für den Althauskauf oder den Kauf einer Eigentumswohnung gilt: Maximal 24 Monate nach Kaufvertragsdatum! (Allerdings muss dabei die Baubewilligung des gekauften Eigentums zum Ansuchungs-Zeitpunkt mindestens 20 Jahre zurückliegen!)

Apropos Althausankauf…

Auch für den Kauf eines nicht geförderten alten Hauses kann ein Darlehen gewährt werden. Bedingung ist, wie so eben erwähnt, dass die Baubewilligung mindestens 20 Jahre zurück liegt. Ein 15 Jahre altes Haus ist demnach kein förderbares „Althaus“. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass eine Förderung nicht möglich ist, wenn der Kauf unter nahestehenden Personen, also zwischen Eltern und Kindern etwa, abgeschlossen wurde. Auch spielt der Energieausweis eine nicht unwesentliche Rolle (der auch vorzuweisen ist). Notwendig ist beim Althauskauf auch eine Sicherstellung im Grundbuch.

Grundbetrag beim Althauskauf

Die Wohnbauförderung im Burgenland sieht für den Althauskauf eine maximale Förderhöhe von 50 % des Kaufpreises vor. Die Förderhöhe ist dabei vom Heizwärmebedarf abhängig und beträgt maximal € 40.000,-

Energiekennzahl (EKZ) Pauschaler Förderbetrag in €
≤ 60 40.000,-
≤ 65 35.000,-
≤ 70 30.000,-
≤ 75 25.000,-
≥ 75 20.000,-

Laufzeit und Rückzahlung

Wie eingangs erwähnt, haben sich durch die Förderrichtlinien die Konditionen, als auch die Laufzeiten der Wohnbauförderung im Burgenland verändert. Die aktuellen Tilgungspläne weisen eine Darlehenslaufzeit von 30 Jahren aus mit einer halbjährlichen, dekursiven Verzinsung von 0,9 % p. a. (1. bis 30. Laufzeitjahr). Die halbjährlich dekursive ANNUITÄTENZAHLUNG beträgt dabei 1,91 % (1. bis 60. Halbjahresrate) des Darlehensbetrags. (Berechnung der Annuität gemäß Darlehensnominale)

Stand: 20.04.2021 – Alle Angaben ohne Gewähr! Die allgemeinen Förderbedingungen für Österreich findest du HIER!


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Wohnbauförderung im Burgenland: Raimund Bachhofer

Raimund Bachhofer

Prokurist, gew. Vermögensberater, Regionalleiter Wien, Bgld.

Ich wurde geboren...
am 11.09.1972, eigentlich um zwei Monate zu früh.
In meinem Leben finanzierte ich bisher...
allerhand. Nach 25 Jahren waren kommt einiges zusammen.
schlau-finanziert ist...
Unabhängigkeit von der der Kunde am meisten profitiert.
Besonders toll finde ich...
unseren zahlreichen Möglichkeiten das beste Angebot zu finden.
Bei der Arbeit rede ich am liebsten...
über Umschuldungen und wie viel sich dabei einsparen lässt.
Empfehlen kann ich vor allem...
schlau-finanziert. Punkt!
Bei schlau-finanziert bin ich...
Regionalleiter für Wien und Burgenland.
Zum ganzen Interview

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