Wer sich ernsthaft für eine Immobilienfinanzierung interessiert, dem muss klar sein, dass er diese nicht einfach so, auf blanker Vertrauensbasis erhält. Angehende Kreditnehmer müssen im Rahmen einer möglichen Kreditvergabe durch sämtliche Dokumente ihre Identität, ihr Vermögen, ihr Vorhaben und auch ihre Sicherheiten belegen. Eine pauschale Liste für alle gibt es dabei nicht. Einerseits deshalb, weil die erforderlichen Dokumente von Fall zu Fall verschieden sind (z. B. eine Familie mit Kindern wird mehr Dokumente benötigen, als eine Paar ohne Kinder), andererseits, weil auch die Banken verschiedene Ansprüche an ihre Kreditbewerber stellen.

Trotz allem möchten wir in diesem Beitrag einen groben Überblick über die wesentlichsten Dokumente zusammenstellen, die im Rahmen einer Immobilienfinanzierung erforderlich sein können.

Personendaten

Personendaten bestätigen die eindeutige Identität des Kreditbewerbers. Um diese explizit nachweisen zu können, bedarf es mitunter folgender Dokumente:

  • Legitimationsnachweis (Reisepass, Führerschein, Personalausweis)
  • Meldezettel aller im Kreditantrag angeführten Kreditnehmer
  • e-Card-Kopie (bei Nicht-Österreichern und allen Neukunden)
  • Aufenthalts-/Beschäftigungstitel bzw. EU-Freizügigkeitsbestätigung (bei Nicht-EU-Bürgern)
  • Heiratsurkunde (sofern Name nicht mit dem Legitimationsnachweis ident ist)
  • Alimentationsvergleich
  • Scheidungsvergleich

Einkommen

Für die Bank spielt die Herkunft des Einkommens eine tragende Rolle. Sie unterscheidet, ob jemand beispielsweise ein Beamter ist, oder selbständig. Um sich ein umfassendes Bild der finanziellen Einkunftslage machen zu können, müssen im Regelfall folgende Nachweise erbracht werden:

 

Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit:

  • Einkommensnachweis der letzten 6 Monate
  • Auszüge der Krankenkasse (Vordienstzeiten bei Dienstgeberwechsel < 6 Monate und bei Devisenausländern)
  • Jahreslohnzettel des Vorjahres
  • Pensionsbescheid inkl. letzter Pensionserhöhung
  • KM-Geld/Diäten (Bestätigung oder Auszahlungsbeleg)
  • Kindergeld (Bescheid oder Auszahlungsbeleg)
  • Familienbeihilfe (Bescheid oder Kontoauszug)
  • Alimentationsnachweis (Auszahlungsbeleg)
  • Dienstvertrag bzw. Dienstbestätigung (sofern ein neues Dienstverhältnis angetreten wird)

Einkommen aus selbständiger Tätigkeit:

  • Aktuelle ESt.-Bescheide/Erklärungen (der letzten 3 Jahre)
  • Eingangs-/Ausgangsrechnungen oder Bilanzen (der letzten 3 Jahre)
  • Aktuelle Saldenliste (Jahresstatus des laufenden Geschäftsjahres)
  • Aktuelle Lastschriftenanzeige des Finanzamts (Buchungsmitteilung)
  • Aktuelle Buchungsanzeige der Krankenkasse (Kontoauszug SVA)
  • Gewerbeschein (bei Neugründung)
  • Businessplan (bei Neugründung)
  • Liquiditätsrechnung (bei kurzfristiger Rahmenüberziehung)
  • Firmenbuch- bzw. Vereinsregisterauszug
  • Miet- oder Pachtverträge und Nachweis der Einnahmen (Kontoauszug)
  • Gesellschaftsvertrag bei Personen- bzw. Kapitalgesellschaften

Liegenschaft

Weiters interessiert sich das Kreditinstitut auch für das Vorhaben – also für erste Details zur Liegenschaft – und benötigt dazu:

  • Innen-Fotos (Zustand der Böden, Wände, Türen, Sanitär- und Heizungsanlagen, etc.)
  • Außen-Fotos (Zustand von Dach, Fassade, Fenster, Garten, Terrasse, Balkon, etc.)
  • Plan, bzw. Planskizze inklusive Baubeschreibung (sofern vorhanden)
  • Kaufvertragsentwurf bzw. Kaufangebot
  • Fotos weiterer vorhandener Liegenschaften.

 

Versicherungen

Auch die Versicherungslage ist für die Kreditgebende Bank ein relevantes Thema, weshalb auch Versicherungspolizzen eingereicht werden müssen. Beispielsweise:

  • Eigenheimversicherungspolizze
  • Feuerversicherungspolizze
  • u. v. m.

Bankspezifische Mindeststandards für Darlehenseinreichungen

Wie eingangs erwähnt, gibt es neben den genannten Dokumenten auch bankspezifische Anforderungen, denen der Antragssteller gerecht werden muss. Diese Anforderungen können von Kreditinstitut zu Kreditinstitut variieren und die Notwendigkeit der Erbringung ist zudem auch vom Einzelfall abhängig. Es kann daher vorkommen, dass der Antragssteller auch folgende Dokumente einzureichen hat:

  • Kostenaufstellung bzw. -voranschläge
  • WBF-Zusicherungsbescheide (sofern bewilligt)
  • Fremdgutachten
  • Grundbuchsbeschlüsse
  • Kaufvertrag bzw. -entwurf
  • amtliche Bestätigung über die Grundstückswidmung
  • aktuelle Grundbuchsdaten (Einlagezahl, Grundbuchsnummer)
  • Bestandspläne
  • Baubewilligungsbescheid inkl. Bauverhandlungsschrift
  • genehmigte Einreichpläne samt Lageplan
  • Nutzwertgutachten
  • Details zur Ausstattung der Liegenschaft
  • u. v. m.

Es geht auch leichter…

Welche Dokumente Sie letzten Endes wirklich brauchen, kann Ihnen Ihr Finanzierungsvermittler des Vertrauens sagen. Sobald dieser das für Sie beste Angebot ermittelt hat und Sie sich für eine Antragsstellung entschieden haben, kann er die tatsächlich notwendigen Dokumente detailliert bestimmen. Für die einfache Handhabung und einen guten Überblick erhalten Sie von ihm eine individuelle Checkliste.

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