Wer einen Kredit hat oder möchte, muss sich zwangsweise mit dem sogenannten Euribor auseinander setzen. Dieser ist nämlich der wichtigste Indikator für Finanzierungen… 


Das Wort EURIBOR an sich steht für EURo InterBank Offered Rate und gibt nur bei genauer Betrachtung und dem nötigen Hintergrundwissen eine Ahnung, was genau damit gemeint ist. Unter der Annahme und mit der Erfahrung, dass genau dieses Hintergrundwissen nicht unbedingt zum allgemeinen Allgemeinwissen zählt, widmen wir uns heute dem Thema. Es ist tatsächlich ziemlich wichtig, dass angehende (und auch bestehende) Kreditnehmer wissen, was es mit dem Euribor auf sich hat und welchen Einfluss dieser auf den Wohnkredit ausübt.

Faktenbasis

Noch bevor wir mit dem Euribor ins Detail gehen können, muss für das bessere Verständnis folgende Faktenlage geklärt werden: Die europäischen Banken entlehnen nicht nur an Kreditnehmer Geld, sondern auch unter einander. Ihre Transaktionen beziehen sich auf sogenannte „Anleihen“, deren Entlehnungsdauer Wochen oder drei-, sechs-, zwölf oder mehr Monate betragen können. Für diese Anleihen verrechnen die Banken ebenso Zinsen wie für den Endverbraucher und der Euribor ist der durchschnittliche Zinssatz dieser Anleihen, der jeden Tag neu gebildet wird. Er bezieht sich aber nicht nur auf den durchschnittlichen Zinssatz, sondern auch auf die Laufzeit. Daher wird zwischen dem 3-Monats-Euribor, dem 6-Monats-Euribor, etc. unterschieden. Je länger die Euribor-Laufzeit ist, desto höher ist der Zinssatz. Aktuell liegt der 3-Monats-Euribor etwa bei – 0,386 %; der 12-Monats-Euribor hingegen bei – 0,258 %.

Euribor = Bemessungsgrundlage

Wie wir nun schon ahnen können, hängt der Euribor ganz eng mit genau diesem Deal unter Banken zusammen: Die Höhe des Euribor-Zinssatzes UND die Dauer dienen somit als „Basistarif“ bzw. Bemessungsgrundlage für sämtliche Zinsprodukte (auch Sparkonten, Zinsswaps, Hypotheken, etc.) – und eben auch für den Wohnkredit des Endverbrauchers.

Euribor & variable Verzinsung

Wenn wir nun weiter überlegen, birgt dieser täglich schwankende Wert vor allem für variable Verzinsungen ein gewisses Risiko. Noch bewegt er sich ja im Minus und alles ist gut, doch das war nicht immer so und wird auch nicht immer so bleiben. Variabel verzinste Darlehen stehen im direkten Zusammenhang mit dem europäischen Anleihengeschäft und wer sich für diese Form der Kreditverzinsung entscheidet, tut gut daran, den Euribor stets im Auge zu behalten.