Setzt man sich mit den Konditionen eines Kredits auseinander, stößt man recht schnell auf die Begriffe „Nominal-“ und „Effektivzinssatz“ und stellt fest, dass der eine höher als der andere ist. Und das aus gutem Grund! 


Nominal ist nicht egal!

Vergleicht man Kreditangebote mit einander, so sollte man nicht der Verlockung des niedrigeren Nominalzinses erliegen, sondern seine volle Aufmerksamkeit dem (höheren) Effektivzinssatz zukommen lassen, denn dieser trifft die eigentliche Aussage über die Angebotsqualität. Während der Nominalzinssatz (auch ‚Sollzinssatz‘ oder ‚Außenkondition‘ genannt) nur den Zinssatz pro Kalenderjahr beschreibt (darum auch stets der Zusatz: ‚p. a.‘; also „per annum“, also „pro Jahr“), berücksichtigt der Effektivzinssatz auch die Nebenkosten, etwa die Bearbeitungsgebühr oder aber finanzierungsrelevante Versicherungbeiträge, Kontoführungskosten u. d. gl.

Der Effektivzinssatz ist also jener Zinssatz, der um sämtliche Kosten bereinigt ist und daher jene Vergleichsgröße darstellt, die für eine Angebotsprüfung von größerer Relevanz ist, als der Nominalzinssatz.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Ich benötige für den Kauf meiner Liegenschaft € 100.000,-. Inklusive aller Nebenkosten ergibt das einen Gesamtkreditbedarf von € 105.263,16. Obwohl mir diese € 5.263,16 (Nebenkosten) nicht zur Verfügung stehen, muss ich dafür Zinsen zahlen, das ist nun mal so. Der Effektivzinssatz berücksichtigt diese € 5.263,16 Nebenkosten, der Nominalzinssatz hingegen nicht. Somit verfälscht der Nominalzinssatz die tatsächlichen Kosten, die für diese Finanzierung anfallen. (Im übrigen ist jedes Kreditinstitut gesetzlich dazu verpflichtet, sowohl den Nominal- als auch den Effektivzinssatz auszuweisen.)