Sollzinsen Kredit Wohnkredit Erklärung
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Sollzinsen, oder eben auch Nominalzinsen fallen an, sobald du dir Geld von der Bank ausleihst. Du zahlst Sollzinsen also für deinen Kredit, als auch für dein Giro-Konto, wenn du es überziehst. Sollzinsen sind also nichts anderes als der Preis dafür, dass dir die Bank Geld leiht. Mit dem Tilgungsanteil an sich, also dem Betrag, den du dir tatsächlich leihst, haben sie nichts gemein. Die Höhe der Sollzinsen ist wiederum von der Art des Kredits abhängig, der momentanen Marktlage und auch von deiner Bonität. Aber alles der Reihe nach…


Ganz allgemein: Der Sollzins ist das Gegenteil vom Habenzins. Während du beim Sollzins zahlen musst, bekommst du beim Habenzins Geld. Wenn du also der Bank Geld leihst, so müssen diese Habenzinsen an dich zahlen. Wenn du dir umgekehrt Geld von der Bank ausleihst, so musst du an die Bank Sollzinsen zahlen. Diese werden auch Nominalzinsen genannt. Die Krux an der Sache ist im Moment die, dass es günstiger ist, sich Geld zu leihen, als dieses zu verleihen. Durch das aktuell niedrige Zinsniveau sind Kredite also begünstigt, während Sparformen am Konto eher mau aussehen. Aus diesem Grund ist es auch im Moment sinnvoller zu investieren, als Geld am Konto zu horten. Das ist aber keinesfalls Zufall, sondern gehört zur Wirtschafts-Steuerungs-Politik der EZB. Diese versucht, durch das niedrige Zinsniveau Investitionen zu fördern und die Wirtschaft damit anzukurbeln. Kurz gesagt: Ansparen ist im Moment sinnlos, Investitionen, beispielsweise in Liegenschaften, hingegen ratsam. Aber kommen wir zurück zum Sollzins…

Sollzinsen am Girokonto

Jeder der einen Lohn bzw. ein Gehalt bezieht, hat ein Gehalts- also ein Girokonto. Auch hier fallen Nominalzinsen an, wenn das Guthaben aufgebraucht und der Kontostand im Minus ist. Im Gegensatz zu den Habenzinsen, schlagen sich die Sollzinsen bei Überziehung stark zu buche, denn am Girokonto fallen in der Regel oft deutlich hohe Zinsen an. So liegen die durchschnittlichen Sollzinsen beim Gehaltskonto bei circa zehn Prozent! Die durchschnittlichen Habenzinsen hingegen bewegen sich aktuell bei mickrigen 0,01 % (vor Kapitalertragssteuer!!!!). Unter dem Strich bedeutet das, dass Kosten für die Soll- als auch für die Habenzinsen anfallen. Im Gegenzug sind aber auch die Sollzinsen für den Wohnkredit entsprechend günstig, und damit kommen wir zum eigentlichen Thema…

Sollzinsen beim Wohnkredit

Die Sache ist nun die: Während die Verzinsung am Girokonto alles andere als rentabel ist, lohnt es sich umso mehr, in eine Immobilie zu investieren, denn der Nominalzins für einen Wohnkredit ist der aktuell niedrigste aller KREDITARTEN. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Kreditinstitute sehen im Erwerb oder Bau einer Liegenschaft eine langfristige und werthaltige Sicherheit. Ein Konsumkredit für ein Auto ist mit diesem Anspruch also keineswegs vergleichbar.

Sollzins vs. Effektivzins

Wenn du dich mit dem Thema Wohnkredit bereits befasst hast, wird dir im Zusammenhang vom Sollzins bestimmt auch aufgefallen sein, dass es da noch den Effektivzins gibt. Der Unterschied der beiden liegt darin, dass der Sollzins von allen Nebenkosten bereinigt ist, während der Effektivzins auch die Kreditnebenkosten beinhaltet. Für den Vergleich von Wohnkredit-Angeboten, solltest du daher nie vom Sollzins ausgehen, sondern immer vom Effektivzins! Mehr zum Thema Soll- und Effektivzins findest du auch HIER.

Fixer und variabler Sollzins

Beim Wohnkredit hast du nun natürlich immer die Wahl zwischen einem fixen, variablen oder gemischten Finanzierungsmodell. Für welche Variante du dich entscheidest, wirkt sich natürlich auch auf den Sollzins aus. Bei dem fix verzinsten Finanzierungmodell hast du den Vorteil einer klar kalkulierbaren Kreditrate über die fixierte Laufzeit hinweg. Der Nachteil ist aber, dass der Nominalzins dabei höher ausfällt, als bei der variablen Verzinsung und du ggf. bei einer Sondertilgung mit einer PÖNALE rechnen musst.

Aber auch der variable Nominalzins hat seine Schattenseiten, denn das Risiko einer Zinserhöhung während der Laufzeit ist entsprechend höher. Vorteilhaft ist hingegen, dass dein Zinssatz vor allem am Anfang, wie bereits erwähnt, niedriger ausfällt. Im übrigen kann ein variabel verzinster Wohnkredit während der Laufzeit auf ein fix verzinstes Modell umgestellt werden. Gegen das Risiko der Zinserhöhung gibt es zudem noch die Möglichkeit vom ZINS-CAP. Welches Modell für dich letztlich das bessere ist, kann dir unser Finanzierungsberater berechnen.


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