Unser jüngster Praxisfall einer Umschuldung aus Oberösterreich zeigt, wie viel Geld sich sparen lässt. HANSJÖRG PEER, Finanzierungsexperte aus Bad Ischl erzählt, wie er den Wohnkredit durch eine Umschuldung um € 58.322,- günstiger umsetzen konnte.


Hansjörg, du bist Finanzierungs-Experte am schlau-finanziert-Standort in Bad Ischl. Wie nimmst du die Entwicklung der Umschuldungen in Oberösterreich aktuell wahr? Immerhin gibt Corona jede Menge Anlass, die Ausgabenbelastung langfristig zu senken. Ist den heimischen Kreditnehmern dieses Einsparungs-Potential bewusst?

“Das lässt sich schwer sagen, denn da spielen nicht nur faktische Aspekte mit ein, sondern auch psychologische. Viele Kreditnehmer gehen davon aus, ohnehin den besten Wohnkredit zu haben, ohne jeden Zweifel. Damit stellen sie ihren Kreditvertrag schon einmal gar nicht auf den Prüfstand. Wieder andere können sich zwar vorstellen, dass sie vermutlich zu viel zahlen, empfinden der Thematik gegenüber aber eine gewisse Ohnmacht und verabsäumen damit, ihren Kredit von uns mal prüfen zu lassen. Die dritte Gruppe hat leider zu viel Vertrauen in die eigene Hausbank, bei der sie schon von Beginn an sind und kommen in einen unspezifischen Gewissenskonflikt, der sie davon abhält, der Sache der Konditionen mal auf den Grund zu gehen. 

Ganz allgemein würde ich die Lage so einschätzen, dass sich schön langsam eine Sensibilität einstellt und die Kunden immer mehr darüber nachdenken, bei welchen Ausgaben man eine Einsparung vornehmen könnte. Aber unter dem Strich unterschätzen noch immer viel zu viele, wie viel sie durch eine Umschuldung eigentlich sparen könnten.“

Erst kürzlich hast du eine Umschuldung umgesetzt, bei der du dem Kunden € 58.322,00 eingespart hast. Bevor wir zum Hergang kommen, eine Frage vorab: Wie war das Gefühl für dich?

“Ja, absolut fantastisch! Es gibt keinen schöneren Moment in meinem Berufsalltag, als einem Kunden so viel Geld zu sparen! Ich habe mich extrem gefreut und war vor allem auf den Moment gespannt, den beiden das sagen zu können! … und bevor du fragst: Ja, sie sind förmlich aus allen Wolken gefallen und haben mich mehrmals gefragt, ob das wirklich sein kann und ob das wirklich stimmt. – Ja, eben einer DIESER Momente! Glücklicherweise ist das nicht der einzige Praxisfall einer Umschuldung und ich komme regelmäßig in den Genuss solcher Erfolgsgefühle!“

… jetzt wollen wir natürlich die Details erfahren…

“Nun, die Ausgangslage der drei bestehenden Finanzierungen waren Gesamtkreditkosten in Höhe von etwas über € 350.00,00. Die Restlaufzeit betrug noch knapp über 30 Jahre. Der Effektiv-Zins dieser Mischfinanzierung lag bei 2,18 %, die Ratenhöhe bei € 1.161,00. So weit zum Ist-Zustand vor der Umschuldung.

Im Rahmen der Umschuldung habe ich infolge die drei Kredite zu einem zusammengefasst. Mit dieser Maßnahme und den aktuell niedrigen Zinsen lag der Effektivzinssatz vor der Umschuldung bei 2,18 % – nach der Umschuldung dann bei 0,597 %. Diesen Vergleich darf bzw. soll man sich mal auf der Zuge zergehen lassen. Ein Unterschied von 1,583 % ist gewaltig! Aber das war noch nicht alles. 

Zusätzlich war nämlich noch ausschlaggebend, dass das neue finanzierende Institut den negativen EURIBOR weitergab. Dadurch lag der variable Zinssatz bei sagenhaften 0,25 %. Zum Vergleich: Zuvor wurde für 20 Jahre mit 2,4 % fix und anschließend für 1,125 % variabel finanziert. Also deutlich höher!“

Ich meine herauszuhören, dass die Weitergabe des derzeit negativen Euribors kein Usus bei den heimischen Banken ist…?

“So ist es. Der Umgang mit dem Negativ-Euribor variiert. Seit dem OGH-Urteil 2017 bewerten die meisten Banken den Referenz-Zinssatz mit Null. Doch in dem Praxisfall dieser Umschuldung eben genau nicht, da es sich um einen Fixzins handelte. Dadurch konnten die Kunden nicht vom negativen Euribor profitieren. Durch die Umschuldung fiel der variable Zinssatz dafür besonders niedrig aus. Grund dafür war die Weitergabe des negativen Euribors und der geringe Aufschlag auf diesen. Vorteilhaft war dabei auch, dass die beiden über eine ausgesprochen gute BONITÄT verfügten.“

Was bedeutet die Umschuldung nun in absoluten Zahlen?

“Naja, ganz einfach: Die Gesamtbelastung liegt nun nicht mehr bei € 350.000,- sondern unter € 300.000,-. Ganz genau formuliert, ist der gesamte Kredit jetzt um € 58.322,00 günstiger. Bisher zahlten die beiden € 1.161,- monatlich. Jetzt sind es € 915,-, also € 246,- pro Monat weniger. Aber auch die Kreditlaufzeit ist jetzt kürzer.

Alles in allem konnte ich mit der Umschuldung eine maßgebliche finanzielle Erleichterung herbeiführen, die jedes Monat spürbar ist. Und es freut mich natürlich sehr, dass die beiden schon viel früher als bisher gedacht, ihr Eigentum tatsächlich selbst besitzen werden. Ich finde, so soll eine gute Finanzierung sein, oder?“

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