Egal ob man sich für den Erwerb einer Wohnung, eines Hauses, eines Grundes, eines Industriegeländes oder eines Parkplatzes interessiert: Die Nebenkosten sind immer die selben. Auch wenn der Verhandlungsspielraum gering ist – wir verraten, wo man noch Chancen hat!

Das 1×1 der Nebenkosten

Nebenkosten fallen an. Beim Hauskauf. Beim Wohnungskauf. Die Nebenkosten selbst sind dabei stets die selben und nicht abhängig von der Art des Objektes. Das ist einfach so und auch nicht ohne weiteres zu ändern. Wer allerdings weiß, wie sich die Nebenkosten zusammen setzen, ist den meisten schon einen Schritt voraus. Für die eigene Daumen-mal-Pi-Rechnung reicht es, sich folgende zwei Zahlen zu merken: 10,6 % und 7,0 %. Doch dazu später…

Die Zusammensetzung der Nebenkosten ist stets gleich und lautet wie folgt:

Kaufpreis
+ 3,5 % Grunderwerbssteuer
+ 1,1 % Intabulationsgebühr (Grundbuchseintragung)
+ 1,5 – 2 % Kaufvertragserrichtung/Treuhandabwicklung + 20 % MwSt.

= Kaufpreis + 7 %

ODER

Kaufpreis
+ 3,5 % Grunderwerbssteuer
+ 1,1 % Intabulationsgebühr (Grundbuchseintragung)
+ 1,5 – 2 % Kaufvertragserrichtung/Treuhandabwicklung + 20 % MwSt.
+ 3 % Maklerhonorar + 20 % MwSt.

= Kaufpreis + 9,60 %

Anhand dieser Kalkulation, ist schnell klar, dass das Maklerhonorar ein durchaus entscheidender Faktor für die Höhe der Nebenkosten ist. Wichtig ist hierbei zu wissen: Die Makler dürfen das, denn laut den Bestimmungen des Immobilienmaklergesetzes darf der Makler ein Honorar von 3 Prozent in Rechnung stellen.

Verhandlungsspielraum

Obgleich die Grunderwerbssteuer und die Eintragungsgebühr ins Grundbuch gesetzlich vorgegeben und damit nicht verhandelbar sind, gibt es im Bereich der Kosten für die Kaufvertragserrichtung als auch beim Maklerhonorar einen gewissen Spielraum, der die Nebenkosten für den Kreditnehmer senken kann. Grundsätzlich hat sich die Branche der Immobilienmakler österreichweit auf einen Prozentsatz von 3 % zuzüglich Steuer geeinigt. Die Kosten für den Kaufvertrag oder aber die Treuhandabwicklung hingegen sind von Rechtsanwalt zu Rechtsanwalt verschieden. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Makler häufig mit stets dem selben Rechtsanwalt zusammen arbeiten – in dieser Kombination können sich die Kosten für den Kreditnehmer somit durchaus positiv auswirken.

Nicht in die Falle tappen

Sprechen wir über Kaufnebenkosten, so geht damit eine ganz besondere Gefahr einher, wie die Praxis leider häufig unter Beweis stellt: Nicht jeder Hausbank-Berater ist sich seiner Verantwortung im vollen Umfang bewusst oder aber steht unter zu hohem Quotendruck – zum Nachteil des Kunden.

Es kommt leider häufig vor, dass der unvorbereitete und vertrauensvolle Kunde seiner Hausbank mitteilt, dass er beispielsweise € 100.000,-  benötigt. Ungeachtet der Bedarfsermittlung oder aber unter Berücksichtigung der Kaufnebenkosten wird eine Finanzierung in Höhe von € 100.000,- veranlasst. Dem Kunden bzw. nun Kreditnehmer ist zu diesem Zeitpunkt meistens noch nicht klar, dass er mit diesem Betrag aufgrund der Nebenkosten, die nicht mit einberechnet wurden, nicht auskommen wird. Dieses böse Erwachen folgt erst und ist nicht ohne erhebliche Kosten rückgängig zu machen. Mehr Infos, wie ein Kredit aufgestockt werden kann, finden Sie HIER.