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28. September 2020

Leitzins: Erklärung, Bedeutung & Auswirkung auf Wohnkredite

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Leitzins: Erklärung, Bedeutung & Auswirkung auf Wohnkredite

28. September 2020
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Seit der Finanzkrise 2008 ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB) ordentlich nach unten gerutscht. Zum Glück aller KreditnehmerInnen! Doch was genau ist der Leitzins? Welche Bedeutung hat er beim Kredit? Welche Konsequenzen zieht er nach sich? Wir gehen der Sache auf den Grund!


Allem voran: Ein negativer Leitzins ist für Kreditnehmer eine gute Sache. Für FREMDWÄHRUNGS-Kreditnehmer trifft das auf den sogenannten „Libor“ zu. All jene, die ihr Geld gern am Sparbuch liegen lassen, freut diese Entwicklung jedoch nicht. Allein diese Tatsachen weisen schon darauf hin, worum es beim Leitzins geht und warum es auch so klug ist, jetzt und nicht erst später in Eigentum zu investieren. Doch alles der Reihe nach…

Allgemeine Erklärung des Leitzinses

Der Leitzins ist, wie der Name schon sagt, nichts anderes als ein von der Zentralbank festgelegter Zinssatz. Geschäftsbanken können sich zu dieser Kondition Geld leihen oder es anlegen. Wie hoch dieser Zinssatz ist, bestimmt alleine die Zentralbank (im Euroraum die EZB). Die Zentralbanken beeinflussen mit dem Leitzins die Wirtschaft durch den Kurs der Währung oder aber die Höhe der Inflation. Der Leitzins ist daher nicht nur ein wichtiges geldpolitisches Mittel jeder Zentralbank, sondern auch Kennzahl der Wirtschaftsleistung des jeweiligen Landes. Ein niedriger Leitzins erhöht in der Regel die Investitionsbereitschaft (Kredite sind billiger) und trägt damit zur wirtschaftlichen Erholung bei. Im Gegenzug führt ein hoher Leitzins dazu, die Wirtschaft zu drosseln, da das Investitionsvolumen gebremst und mit ihm die Kaufkraft reduziert wird.

Zu erwähnen ist auch, dass sich der Leitzins auch auf andere Zinssätze, beispielsweise den EURIBOR und den LIBOR (für alle sogenannten Fremdwährungen) und damit auf Kredit- und Sparzinsen direkt auswirkt.

Festlegung des Leitzinses

Die EZB verfolgt grundsätzlich Ziele. Das bedeutet, dass der Leitzins nicht willkürlich festgelegt ist. Ziel ist etwa ein wirtschaftlicher Aufschwung oder Preisstabilität. Damit der Leitzins festgelegt werden kann, bedarf es ein eigenes Gremium. Im Falle der EZB ist das beispielsweise der EZB-Rat. Dieser EZB-Rat fällt die Entscheidung für die Höhe des Leitzinses anhand der gesetzten Ziele und veröffentlicht diese an festgelegten Terminen. Es können aber auch außerplanmäßige Änderungen in Kraft treten. So verkündetet die Fed (US-amerikanische Zentralbank) am 03.03.2020 eine außerplanmäßige Senkung um 0,5 % und senkte diesen Wert bereits am 15.03.2020 erneut um einen Prozentpunkt aufgrund der wirtschaftlichen Konsequenzen durch Corona. Das Ziel der Fed war damit ganz klar das Ankurbeln der amerikanischen Konjunktur.

DER Leitzins = Hauptrefinanzierungssatz

Auch wenn immer die Rede von dem Leitzins ist, so ist damit im wesentlichen der sogenannte „Hauptrefinanzierungssatz“ gemeint.

Tatsächlich gibt es aber noch zwei weitere Leitzinsen: Den „Einlagesatz“ (oder auch „Einlagezins“ genannt) und den „Spitzenrefinanzierungszinssatz“. Gehen wir kurz ins Detail:

Die 3 Leitzins-Arten der EZB

  1. Einlagesatz (Einlagezins): = Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken ihr Geld bei der EZB anlegen können.
  2. Hauptrefinanzierungssatz: = Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken ihr Geld bei der EBZ ausleihen können.
  3. Spitzenrefinanzierungszinssatz: = Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken ihr Geld bei der EZB kurzfristig ausleihen können.

Warum ist der Leitzins so niedrig?

Der Hauptrefinanzierungszinssatz war nicht immer so niedrig wie derzeit. Ganz im Gegenteil. Vor der Wirtschaftskrise 2008 schwankte er zwischen zwei und 5,00 % und seither sinkt er rapide ab. Grund war, die Wirtschaftsleistung nach der Finanzkrise durch Investitionen wieder anzukurbeln. Im März 2016 war dann seit der Einführung des Euros erstmals die Grenze 0,00 % unterschritten. Dort liegt er auch heute noch. Ob Corona 2020 dazu führt, dass er weiter auf diesem niedrigen Niveau verharrt, bleibt abzuwarten.

Die gesamte Entwicklung des Leitzinses finden Sie HIER!

Auswirkungen

Wirtschaft, Finanzen, Preise, Investition und Sparen: Der Leitzins übt weit verzweigte Auswirkungen aus. Vor allem auf die Konjunktur, denn niedrige Zinsen bedeuten auch für Banken, dass ihnen insgesamt mehr Geld zur Verfügung steht. Dieses wiederum wird in günstige Kredite ausgeschüttet um Unternehmen zur INVESTITION zu motivieren um damit die Kaufkraft zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu senken. Parallel ist das Ersparte am Sparbuch nicht mehr gut aufgehoben. Ersparnisse sollten also besser investiert, als gehortet werden. Ein weiterer Aspekt, der der Wirtschaft förderlich zu Gute kommt. Doch es gibt noch einen Aspekt der hinsichtlich der Auswirkung zu erwähnen ist: Die Zentralbank verfolgt mit ihrer Zinspolitik auch eine Signalwirkung, denn mit der Reduktion der Zinssätze demonstriert sie gleichsam die Wirtschaft aktiv zu unterstützen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Signalwirkung alleine oft schon ausreicht, um die Börsenkurse anzuheben.

Aber auch die Inflation steht im direkten Zusammenhang mit dem niedrigen Leitzins. Leihen sich die Banken mehr Geld von der EZB, bringen sie damit automatisch mehr Geld in Umlauf. Infolge verliert das Geld an Wert, die Preise steigen und damit die Inflation. Wie bereits erwähnt, steht es auch in der Macht der EZB die Preise zu stabilisieren – dazu bedarf es „nur“ eines Kursanstiegs.

Eine andere Einflussgröße stellen die niedrigen Zinsen für ausländische Anleger dar: Sinken die Zinsen, sinkt damit auch der Wert des Euros und damit das Interesse von Anlegern. Zeitgleich werden Produkte aus der Eurozone günstiger und die Nachfrage steigt, wodurch der Export wiederum angekurbelt wird.

Die Bedeutung des Leitzinses liegt also auf der Hand. Doch ist er nicht nur für die Konjunktur und Inflation von großer Bedeutung, sondern auch für angehende Wohnkreditnehmer.

Leitzins und Wohnkredit

Was also hat das alles nun mit dem Wohnkredit zu tun? – Nun, jede Menge! Denn, der Leitzins wird von Kreditinstituten auch an angehende Kreditnehmer weitergegeben. Bestes Beispiel ist der VARIABLE Zinssatz, denn dieser basiert auf dem EURIBOR und der wiederum orientiert sich am Leitzins. Ein niedriger Hauptrefinanzierungszins bedeutet für Kreditnehmer mit einer variablen Verzinsung somit auch überaus günstige Kreditzinsen. Im Falle von Negativ-Zinsen bis sogar 0,00 % Verzinsung!

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Unser Finanzierungsrechner dient ausschließlich als Orientierungshilfe und dazu, dass Sie sich aufgrund der Ihnen möglichen Kreditrate ein Bild über die Kredithöhe machen können. Es handelt sich dabei lediglich um einen Referenzwert und um kein verbindliches Angebot gemäß §12 Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG). Bei der Berechnung wurden keine Spesen berücksichtigt und jede Haftung für eine mögliche Fehlfunktionen wird ausgeschlossen. Wir weisen darauf hin, dass die angezeigten Kreditkonditionen bonitätsunabhängig und änderbar sind. Die endgültigen Konditionen und die resultierende Ratenhöhe können erst nach erfolgter Kreditwürdigkeits- und Bonitätsprüfung durch das kreditgewährende Geldinstitut festgelegt werden.
Hinweis: Ein Kredit kann durch ein Kreditinstitut nicht gewährt werden, wenn der Kreditgeber nicht imstande ist eine Kreditwürdigkeitsprüfung vorzunehmen, weil sich der Verbraucher weigert, die für die Prüfung seiner Kreditwürdigkeit erforderlichen Informationen oder Nachweis zu legen.


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