Ein negativer KSV-Eintrag kann weitreichende Folgen haben. Etwa die Ablehnung des Handy-Vertrags. Oder aber eine niedrige Bonitätseinstufung trotz gutem Einkommen. Diese Einstufung wirkt sich infolge vor allem auf die Wohnkredit-Konditionen negativ aus. Der kostenlose KSV-Auszug über sich selbst gibt nicht nur Aufschluss über laufende Sachverhalte, sondern unter Umständen auch die Handlungsfähigkeit zurück. Wir verraten, wie es überhaupt zu einem negativen KSV-Eintrag kommt, wie lange er gespeichert wird, worauf er sich auswirkt und werfen auch einen Blick auf die Möglichkeiten der Löschung.


Was ist KSV?

KSV ist die Abkürzung für Kreditschutzverband. Also den KSV1870. Dieser “Verband“ ist ein Unternehmen, das Zahlungs-Daten von Privatpersonen und Firmen sammelt und speichert. Dabei wird festgehalten, ob es laufende Kredite gibt und wie sich die Zahlungsmoral dazu verhält. Es wird auch festgehalten, ob Rechnungen im Rückstand sind. Der KSV interessiert sich vornehmlich für laufende Kredite und Informationen zum Zahlungsverhalten. Auf Basis dieser Informationen erhalten Kreditinstitute vor der Kreditvergabe einen Einblick in das Geld-Leben des Antragsstellers. Anhand dieser Daten können sie ableiten, ob Zahlungsverpflichtungen auch in Zukunft eingehalten werden können und wie hoch das Ausfall-Risiko des potentiellen Kunden sein könnte. Für die Bank geht es also um eine Risikoabschätzung.

KSV-Einträge

Der KSV-Eintrag selbst ist lediglich ein Vermerk über den Sachverhalt der Zahlungsfähigkeit einer Person. Der Vermerk an sich ist nicht problematisch. Heikel wird es erst dann, wenn es sich um einen negativen KSV-Eintrag handelt. Solch ein negativer KSV-Eintrag kommt natürlich nicht aus heiterem Himmel zu Stande. Es reicht beispielsweise, wenn eine Rechnung trotz Mahnung nicht bezahlt worden ist. Oder aber wenn Privatkonkurs angemeldet wurde.

GRUNDSÄTZLICH VERMERKT DER KSV FOLGENDE INFORMATIONEN:

  • Bankomat- oder Scheckkartenmissbrauch
  • Zwangsversteigerungen oder Pfändungen
  • Laufende Insolvenz-Verfahren
  • Angemeldeter Privatkonkurs
  • Verzug und Fälligstellung durch die Bank von Kreditkarten-Rechnungen oder Kreditraten
  • Langfristige Überziehung des Girokontos und Fälligstellung durch die Bank
  • KREDIT-ABSAGEN
  • Beantragung eines Konto-Überziehungsrahmens (egal ob dieser ausgenützt wird oder nicht)
  • Kreditaufnahme
  • Ratenkredite (auch mit Null-Prozent-Verzinsungen!)
  • Zahlungsverzug von Rechnungen aller Art trotz Mahnung und Inanspruchnahme eines Inkasso-Büros durch den Gläubiger.

Woher bezieht der KSV seine Daten?

Die Daten erhält der KSV einerseits von der Bank, andererseits von betroffenen Unternehmen. Eine weitere Quelle sind aber auch öffentlich zugängliche Angaben wie beispielsweise das Schuldnerverzeichnis oder Grundbuch. Diese Daten werden drei verschiedenen Datenbanken zugeordnet:

  • Der Konsumenten-Kreditevidenz (KKE): stellt sicher, dass der Konsument nicht mehrere Kreditverbindlichkeiten bei mehreren Banken hat, die er am Ende nicht bedienen kann.
  • Waren-Kreditevidenz (WKE): listet offene unbezahlte Rechnungen auf. Den Eintragungen geht die Beauftragung eines Inkasso-Büros voraus.
  • Warnliste/schwarze Liste: legt offen, wenn Bankomat- oder Kreditkarten-Missbrauch zu vermuten ist, Kunden ihr Konto nicht ausgleichen oder bei Mahnungen nicht reagieren. Die Summe der Beträge muss allerdings jenseits der € 1.000,- liegen.

Dauer der Datenspeicherung

Wie lange der KSV den Vermerk speichert hängt von der Art ab. Warenkredite die pünktlich bezahlt werden, werden beispielsweise schon nach 90 Tagen gelöscht. Die Kreditabsage nach einem halben Jahr. Wird die Kreditschuld erst nach der Frist bezahlt, erlischt dieser KSV-Eintrag erst fünf Jahre nach der Zahlung. Privatkonkurse oder aber Insolvenz-Verfahren bleiben schon etwas länger bestehen, nämlich ganze sieben Jahre. Wer es auf die schwarze Liste geschafft hat, muss mit einem Vermerk von mindestens drei Jahren rechnen.

Den eigenen KSV-Eintrag einsehen

Ist es um die eigene Bonität nicht so rosig bestellt, hilft es den KSV-Eintrag einzusehen. Diese Einsicht ist 1x pro Jahr kostenlos und erfordert lediglich eine gültige E-Mail-Adresse, ein Telefon, den Meldezettel und eine Kopie des Legitimations-Nachweises (Führerschein, Reisepass, Personalausweis, etc.). Der KSV ist im übrigen verpflichtet, den KSV-Auszug binnen 8 Wochen auszuhändigen.

Wie also wird man einen negativen KSV-Eintrag wieder los?

  • Weiß man, was drinnen steht, so ist die erste und einfachste Möglichkeit die, die Fristen abzuwarten. Vorausgesetzt, dass sich diese im Rahmen halten.
  • Entdeckt man einen Eintrag, der definitiv falsch ist, oder einen, der schon längst hätte gelöscht werden sollen, kann man die Löschung des Eintrags beantragen.
  • Einträge in der Warenkredit-Evidenz kann man zwar ohne Angabe von Gründen löschen lassen, allerdings macht man sich ohne einen Eintrag darin wiederum erst recht verdächtig…

Einträge in der Konsumentenkredit-Evidenz oder der schwarzen Liste lassen sich hingegen nicht so leicht entfernen – diese Einträge müssen dann tatsächlich bis zum Ende ausgesessen werden. In der Zwischenzeit kann man aber tunlichst darauf achten, Rechnungen pünktlich zu bezahlen!

Wohnkredit mit negativem KSV-Eintrag?

Mit einem negativen KSV-Eintrag ist es praktisch unmöglich, einen Wohnkredit zu bekommen, denn jede Bank wird sich vor der Vergabe beim KSV erkundigen. Finden sie einen negativen KSV-Eintrag ist dieser “Schandfleck“ nicht ohne weiteres gut zu machen. Einzige Chance könnte bei so einem Sachverhalt vielleicht ein blütenweißer Bürge sein oder aber besonders gute Sicherheiten, die der Bank angeboten werden können.