Kautionsband Erklärung
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Kautionsband: Komisches Wort für wichtige Sache

8. November 2021
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Du hast bereits einen Wohnkredit und jetzt einen Brief von der Bank bekommen in dem etwas über einen Deckungsstock, eine Einverleibung und ein Kautionsband steht? Zugegeben, das klingt im ersten Moment alles etwas seltsam und beunruhigend, doch keine Sorge, alles ist gut. Nichtsdestotrotz solltest du wissen, was mit einem Kautionsband konkret gemeint ist. Genau das wollen wir dir in diesem Beitrag kurz erläutern!


Manche Dinge muss man wissen, andere sollte man wissen, wieder andere Dinge zählen zum unnützen Wissen und dann gibt es noch diese Grauzonen, von denen es nicht schadet, wenn man ungefähr weiß, worum es da geht. Das Kautionsband könnte genau so eine Grauzone sein. Gleich vorab: Du hast davon keinen Nachteil (ganz im Gegenteil, wenn die Bank Insolvenz anmeldet), aber auch keinen bedeutsamen Vorteil, wenn alles nach Plan läuft. Aber die Sache ist dennoch die: Als Kreditnehmer*in gehört es irgendwie dazu, dass du auch so etwas weißt und dieses Wissen wird bestimmt nicht schaden. In diesem Sinne widmen wir uns nun den Fragen des Kautionsbandes und liefern dir die dazugehörigen Antworten!

Kautionsband, was ist das?

Kautionsband ist der Begriff für eine Anmerkung im GRUNDBUCH. Sie kommt vor allem dann bei Wohnkrediten vor, wenn der Kreditnehmer die Immobilie an die Bank verpfändet und diese nun wiederum eine Sicherheit benötigt. Damit die Bank die gepfändete Liegenschaft also besichern kann, hinterlegt in einem sogenannten Deckungsstock gegenüber den anderen Pfandbriefgläubigern. Es geht also um eine Offenlegung. Das Kautionsband „markiert“ sozusagen die betroffene und verpfändete Liegenschaft und zeigt auf, dass das Pfandrecht in einem Deckungsstock liegt. Für dich bedeutet das, dass deine Finanzierung (von einer unabhängigen Gerichtskommission) als sehr gut eingestuft wurde und in den Deckungsstock aufgenommen werden darf.

Deckungsstock, und was ist das?

Beim Kautionsband geht es konkret um den „Deckungsstock für Pfandbriefe und fundierte Bankschuldverschreibungen“. Dieser besteht aus Kredit- bzw. Darlehensforderung auf werthaltige Liegenschaften in Österreich, der EU, bzw. einem EWR Staat oder der Schweiz, mündelsichere Forderungen und Wertpapiere, diverse Derivatverträge und Bargeld. Soweit die detaillierte Beschreibung aus dem Hypothekar- und Immobilienkreditgesetzt (kurz: HIKrG). Der Deckungsstock ist quasi ein Sammelbecken für Pfandbriefe. Um also ein konkretes Pfandrecht in einem Deckungsstock aufzunehmen, muss die Liegenschaft mit dem Kautionsband im Grundbuch markiert werden. Im Gegenzug, wie oben erwähnt, gibt diese Markierung durch das Kautionsband Aufschluss, dass die Liegenschaft in einem Deckungsstock liegt.

So weit zu den beiden Begriffserklärungen. Natürlich ergeben sich daraus nun Folgefragen…

Wie kommt das Kautionsband rein und wieder raus?

Das Kautionsband steht bereits von Haus aus in der Schuld- und Pfandbestellungsurkunde. Die Hypothek darf erst dann ins Register aufgenommen werden, wenn ein Kautionsband bereits im Grundbuch eingetragen ist. Das bedeutet, dass das Kautionsband schon immer da war und Bedingung dafür ist, eine Hypothek überhaupt einzutragen. Wird also ein Kautionsband eingerichtet bzw. „aktiviert“, erhältst du als Liegenschaftseigentümer lediglich eine Verständigung darüber. Etwa jenen Brief, den du vielleicht schon erhalten hast und der unter Umständen zur Verwirrung geführt hat. Das bedeutet auch, dass du als Kreditnehmer keinen Einfluss darauf hast und auch nichts veranlassen brauchst.

Sobald du deinen Wohnkredit fertig abgezahlt hast, wird ein Antrag auf Löschung des Pfandrechts gestellt. Damit einher geht automatisch auch die Löschung des Kautionsbandes. Kosten entstehen dir durch das Band im übrigen keine. Weder bei der Einrichtung, noch bei der Aktivierung, noch bei der Löschung.

Muss das denn wirklich sein?

Das Kautionsband besteht grundsätzlich schon vor der Hypothek bzw. der Eintragung durch die Bank. Das bedeutet also auch, dass, wenn du das Kautionsband (somit von vornherein) ablehnst, von der Bank auch keinen Kredit bekommen wirst. Die Bank sucht natürlich immer nach dem sichersten Weg und der für sich risikoärmsten Lösung. Auf das Kautionsband wird sie daher nicht verzichten. Rein theoretisch hast du natürlich das Recht, das Kautionsband auch abzulehnen. Praktisch bedeutet das aber, dass du keinen Wohnkredit bekommst.

Nachteile durch das Kautionsband?

Wie bereits erwähnt, entstehen dir keine Nachteile durch das Kautionsband. Einzig im Fall einer Insolvenz der Bank hast du einen Vorteil. Geht die Bank nämlich in Konkurs, sind beispielsweise Spareinlagen und Konten pro Person und Bank bis 100.000,- Euro über die staatliche Einlagensicherung geschützt. Alles darüber hinaus könnte im Normalfall mit einem Forderungs-/Verbindlichkeitenausgleich gegengerechnet werden. Das bedeutet alles andere kommt in die Konkursmasse.

Beim Kautionsband ist aber genau das nicht möglich, weil der Deckungsstock, also das Sammelsurium der Pfandrechte, ein Teil des sogenannten Sondervermögens der Bank ist und damit kein Teil der Konkursmasse. Anders formuliert, steht hinter dem Deckungsstock als solcher kein realer Wert, da es sich um eine Einverleibung mehrerer Pfandrechte handelt, auf die wiederum nur einmalig zurück gegriffen werden kann. Der Deckungsstock mit dem Kautionsband ist daher mehr Recht als Pfand, dem in der Konkursmasse kein wertmäßiger Betrag zugeschrieben werden kann.

Der Deckungsstock ist also vor allem als Sicherheit für die Sicherheit zu verstehen, die nur jeweils in erster Instanz beziffert werden kann. Dein Wohnkredit kann aus diesem Grund, dem sogenannten Kompensationsverbot, nicht mit einer Gegenforderung aufgerechnet werden. Anders formuliert: Dein Kredit ist insolvenzgeschützt und kann in einem solchen Fall nicht an Dritte oder aber Investoren verkauft werden, um Geld für die Insolvenzabwicklung zu erhalten.

Das Kompensationsverbot gilt im übrigen nur bis zu dem Betrag der Finanzierung, für die das Kautionsband auch eingetragen worden ist!

Ähm…?

Ja, das Thema ist nicht ganz ohne. Gerne beantworten wir dir dazu deine individuellen Fragen. Melde dich einfach bei unserem STANDORT in deiner Nähe und wir besprechen alles nochmal in Ruhe durch!


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