Die Steueränderung 2016 sieht zwar die Absetzung von Sonderausgaben zur Wohnraumschaffung und -sanierung vor, allerdings handelt es sich dabei um eine rein theoretische Absetzung, die für eigentlich niemanden relevant ist. Diethard Govekar, schlau-finanziert-Finanzierungsexperte, erklärt, warum sich da eigentlich keiner mehr was rausholen kann.

Diethard Govekar, schlau-finanziert

Diethard Govekar, gewerblicher Vermögensberater, Leitung Partnervertrieb

schlau-finanziert: Es scheint wie ein urbaner Mythos, der nicht totzukriegen ist: Der absetzbare Hauskredit… Du bist jetzt schon seit quasi immer in der Branche tätig; woher kommt die immer selbe Frage, nach den Absetzmöglichkeiten?

Govekar: „Naja, es wäre schön, wenn das möglich wäre – und darum taucht die Frage immer wieder auf. Das Thema wurde 2016 durch die Steueränderung allerdings zusätzlich befeuert, wodurch sich der landläufige Eindruck, einen Kredit absetzen zu können, ins Gedächtnis eingebrannt hat.“

 

 

schlau-finanziert: Tatäschlich aber kann man den Hauskredit aber nicht absetzen, oder?

Govekar: „Leider nicht. Das Konstrukt der Inanspruchnahme ist viel zu eng gestrickt und die Voraussetzungen dafür sind praktisch nicht erfüllbar. Die Steueränderung sieht zwar Ausgaben für die Wohnraumschaffung und -sanierung im Rahmen von absetzbaren Sonderausgaben vor, doch fallen darunter auch die Ausgaben für freiwillige Personenversicherungen hinein.

Die Höchstbeträge rangieren mit Alleinverdienerabestzbetrag bei € 5.840,-, ohne Alleinverdienerabsetzbetrag bei € 2.920,-, doch diese Ausgaben werden nur dann steuerlich wirksam, wenn sie mindestens € 240,-/Jahr überschreiten. ALLERDINGS: ist nur ein Viertel der Gesamtkosten abschreibbar und eine weitere Grenze bildet das Jahreseinkommen. Liegt dieses beispielsweise über € 36.400,- brutto, reduziert sich der Absetzbetrag entsprechend. Ab brutto € 60.000,- entfällt die Abzugsfähigkeit dann überhaupt komplett… Wie man es also dreht und wendet: Der Hauskredit kann nicht steuerlich abgesetzt werden. Leider!“

schlau-finanziert: Hast du dafür eine andere Empfehlung?

Govekar: „Ja, absolut, einen Trost habe ich parat: Angehende Hauskreditnehmer sollten nicht auf die Möglichkeit einer Förderung in Anspruch zu nehmen, verzichten. Auch wenn der Hauskredit nicht steuerlich absetzbar ist, so kann sich der Einzelne über diverse Förderungen jede Menge ‚zurück holen‘. Die Bestimmungen, Förderhöhen und Voraussetzungen variieren zwar von Bundesland zu Bundesland, doch sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, sich von einem unserer Mitarbeiter an den österreichweiten Standorte hinsichtlich dessen beraten zu lassen. Unsere Experten vor Ort wissen ganz genau, welche Förderungen es gibt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wie man den Antrag stellt.“