Steigt die Lebenserwartung, so nehmen auch die Ansprüche der älteren Generationen zu. Dies macht sich nicht nur in Puncto Freizeitverhalten bemerkbar, sondern auch wenn es um Vorsorge- und Investitionsthemen geht. Es darf einen also nicht überraschen, dass auch sich auch das Kreditantrittsalter stetig weiter nach hinten verschiebt. Wir haben die Vor- und Nachteile von Immobilienkrediten im hohen Alter unter die Lupe genommen und zusammen gefasst.

Nicht erst seit gestern verzeichnen die Banken einen sukzessiven Anstieg von Immobilienkrediten die bis ins Pensionsalter hinein reichen. Fast unbemerkt schlich sich dieser Trend in den vergangenen Jahren ein und betrachtet man die Veränderung der Lebensumstände, so ergibt alles eigentlich Sinn. Beispielsweise der Bildungsaspekt: Während unsere Vorfahren jung heirateten und sesshaft wurden, liegt der Fokus heute auf universitärer Ausbildung, ausreichender Auslands- und Berufserfahrung und das Bedürfnis nach dem klassischen Familienbild verzögert sich nach hinten. Genauso wie das Bedürfnis, in eine Immobilie zu investieren.

Spricht man von einem „Immobilienkredit im hohen Alter“ so ist damit gemeint, dass die Tilgung bis ins Pensionsalter reicht und nicht – wie im Idealfall – mit Antritt der Pension bereits abgeschlossen ist. Zwar stellen die meisten Banken Kredite theoretisch durchaus bis zum 75/80 Lebensjahr aus, doch in der Praxis sinken die Chancen bei steigendem Alter. Nicht zuletzt den Bestimmungen des HIKrG (Hypothekar- und Immobilienkredit Gesetz) wegen.

All about Laufzeit

Für die Banken zählt bei der Vergabe daher die Laufzeit des Wohnkredits und ob diese in einem angemessenen Verhältnis steht. Kurzum: Das Endjahr der Finanzierung. Beantragt Frau L., 55, beispielsweise einen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren (mit Endalter 65), so sind ihre Chancen auf Bewilligung verhältnismäßig größer, als wenn sie sich für eine Finanzierung mit einer Laufzeit von 20 Jahren interessiert. Als Basis für die Leistbarkeit wird in so einem Fall der Pensionskontoauszug als Bemessungsgrundlage herangezogen. Dieser lässt sich über den Pensionsrechner ermitteln und ist das Grundkriterium jeder Finanzierung im höheren Alter.

Das Problem…

… bei der ganzen Sache ist allerdings die Leistbarkeit in der Pension. Im Regelfall startet einen Finanzierung mit einer fixen Verzinsung zum Zeitpunkt der regulären Erwerbstätigkeit. Gegen Ende der Laufzeit – also schon nach Antritt der Pension – tritt dann oft eine variable Verzinsung in Kraft und mit ihr stellt sich – in Abhängigkeit des aktuellen Zinsniveaus – die Frage, ob die Leistbarkeit für den Kreditnehmer dann noch gegeben ist. Das Risiko für den Kreditnehmer ist also nicht unwesentlich, da die Zinsentwicklung über solch einen Zeitraum nicht vorhersehbar ist. Ein Immobilienkredit im hohen Alter ist daher auch immer eine Typfrage, ob jemand bis zur Pension alles erledigt haben will, oder aber, ob man sich dem Risiko der variablen Zinsphase im Pensionszeitraum aussetzen will.

Die Vorteile…

Vorteil der Finanzierung im Alter ist, dass die Inflation einem zu Gute kommen kann. Während Mieten stetig steigen, kann das heute niedrige Zinsniveau durch eine fixe Finanzierungsvariante eine gute und günstige Vorsorge- und Investitionsmöglichkeit sein und dazu führen, dass die Höhe der Kreditrate der Höhe der ehemals bezahlten Miete entspricht. Hinzu kommt, dass man sich über die Jahre im Regelfall Eigenmittel ansparen konnte und die Kreditkonditionen daher entsprechend positiv ausfallen können. Auch eine eventuelle Abfertigung oder Auflösung einer Lebensversicherung stellen gute Reserven dar, die beispielsweise mögliche Zusatzkosten, die bei einer variablen Verzinsung anfallen können, gegen Ende der Laufzeit abfedern.

Schulden vererben – nicht unbedingt!

Gerade bei Immobilienkrediten im hohen Alter ist schnell die Rede von den sogenannten „vererbten Schulden“ oder dem „Generationenkredit“. Bevor man sich zu diesem Thema ein vorschnelles Urteil bildet, sollte man bedenken, dass Erben entscheiden können, ein Erbe anzunehmen – oder eben auch abzulehnen. Übersteigt der Betrag der möglichen Restschuld durch Ableben den Wert der Liegenschaft, so steht es den Erben frei sich entsprechend zu entscheiden.

Zwischenfinanzierung: Beliebt & bewährt

Ob kurz vor der Pension, oder bereits in der Pension – wenn die Kinder aus dem Haus sind und sich dieses zu leer und zu groß anfühlt, gehen viele Ältere auf Wohnungssuche und streben den Verkauf ihrer Liegenschaft und den Kauf einer Wohnung an. Banken bieten für solche Fälle sogenannte „Zwischenfinanzierungen“ mit einer Laufzeit bis zu etwa 24 Monaten und vor allem die ältere Generation hat dabei gute Chancen auf Bewilligung.

Fragen Sie uns doch einfach…

Wenn auch Sie sich für eine Immobilienfinanzierung im höheren Alter interessieren, so zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Gerne sehen wir uns Ihren individuellen Fall an und finden eine gemeinsame Lösung. Wie beispielsweise im Fall Plöchl vor einiger Zeit,…