Immobilie erben
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Eine Immobilie erben klingt im ersten Moment toll, doch ist daran auch ein beachtlicher bürokratischer und auch steuerlicher Aufwand gebunden. Die erste Frage, die sich dabei stellt ist, ob du Alleinerbe bist oder auch ein Konsens mit weiteren Erben gefunden werden muss. Und dann ist da noch die Frage mit der weiteren Nutzung der Liegenschaft. Lohnt es sich, sie zu verkaufen? Sollte sie besser vermietet werden? Entscheidungsfragen wie diese sind von zahlreichen Faktoren abhängig, die wir dir hier etwas aufschlüsseln wollen.


Eine Immobilie erben ist also kein unschwieriges Thema. Am besten wir fassen die häufigsten Fragen dazu zusammen:

FAQ Immobilie erben

Gibt es die Schenkungs- und Erbschaftssteuer eigentlich noch?

Nein, die ist 2008 aufgehoben worden. Wenn du also eine Immobilie erbst, zahlst du weder Schenkungs- noch Erbsteuer. So weit zu den guten Nachrichten in Puncto Immobilie erben!

Was ist mit der Grunderwerbsteuer? Fällt die auch beim Erben an?

Jetzt sind wir bei der schlechten Nachricht. Durch eine Reform 2016 handelt es sich beim Erben um einen sogenannten unentgeltlichen Erwerbsvorgang und für diesen ist nun leider die GRUNDERWERBSTEUER zu zahlen. Basis dafür ist der ermittelte Grundstückswert, dieser kann durch drei Verfahren ermittelt werden. Mehr zu den Verfahren findest du HIER.

Wann müssen die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch aktualisiert werden?

Als Erbe musst du die Änderungen im Grundbuch nach Abschluss des Verlassenschaftsverfahrens eintragen lassen. Das ganze funktioniert mittels einer Frist von 12 Monaten durch einen Antrag beim Grundbuchsgericht, in den meisten Fällen ist das auch das Bezirksgericht. Optional kannst du auch dem Notar, der das Verlassenschaftsverfahren geführt hat, mit der Aktualisierung der Eigentumsverhältnisse im Grundbuch beauftragen.

Was tun mit Miterben?

Wenn du die Liegenschaft nicht alleine geerbt hast und damit Alleineigentümer bist, hat jeder von euch Erben ein ideelles Miteigentum. Das bedeutet, dass der Erbanteil an der Liegenschaft nicht gezielt geregelt ist, etwa nach Stockwerken oder der gleichen. Jeder hat einen Anteil der Gesamtliegenschaft. Bei Umbauten, Veränderungen oder dem Verkauf wird das natürlich schwierig. Grundsätzlich kannst du oder deine Miterben deinen Anteil verkaufen oder belasten, allerdings ist dieser Zugang nicht unbedingt ratsam, da dies den Verkauf der Immobilie drastisch erschwert. Auch bedeutet „belastet“ zumeist die Sicherstellung einer Finanzierung und Banken verweigern in den meisten Fällen eine Sicherstellung auf solch einem „Anteiligen Eigentum“. Die wohl beste und fairste Lösung ist somit der Verkauf der gesamten Liegenschaft, da so ein höherer Erlös zustande kommt, welcher klar auf die Erben aufgeteilt werden kann. Wenn so eine Einigung allerdings nicht möglich ist, besteht noch die Option einer sogenannten TEILUNGSKLAGE. Dabei wird die EIGENTÜMERPARTNERSCHAFT aufgehoben.

Die Immobilie ist belastet. Was jetzt?

Wenn du eine Immobilie erbst und (im Vorfeld) feststellst, dass diese belastet ist, kannst du dein Erbe entweder nicht antreten, bedingt antreten oder unbedingt antreten. Trittst du dein Erbe unbedingt an bedeutet das, dass du die Immobilie mit allen Konsequenzen übernimmst, also auch mit allen Schulden, die damit verbunden sind. Willst du dein Erbe nur bedingt antreten heißt das, dass ein Sachverständiger den Wert erst ermittelt und du nur für diesen haftest. Willst du dein Erbe gar nicht erst annehmen, also nicht antreten, bekommst du nichts, dafür auch keine Schulden. Solltest du im Vorfeld beispielsweise wissen, dass die Immobilie überproportional belastet ist und du damit nur Schulden erbst, lohnt es sich, das Erbe nicht anzutreten. – Diese Entscheidung kannst du im übrigen nicht rückgängig machen…

Belastung des Erbes minimieren

Angenommen du hast dich also für das Erbe der belasteten Immobilie entschieden, hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du erkundigst dich über eine UMSCHULDUNG der bestehenden Belastung (z. B. bei uns!), oder du verlängerst die Laufzeit der laufenden Belastung. Wir persönlich raten dir jedoch aus ganzem Herzen, zuerst den Weg einer möglichen Umschuldung einzuschlagen. Vermutlich ist die Belastung, also der Kredit für die Immobilie, schon älter und die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einer Umschuldung richtig viel Geld sparst, ist entsprechend hoch!


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