Einen bestehenden Baukredit aufzustocken ist in eigentlich jedem Fall ein Problem. Für die Bank ist die zentrale Frage dabei immer das Warum und für den Kreditnehmer stellt sich stets die Frage, ob er sich einen zweiten Kredit leisten kann. Laien mögen glauben, dass der bestehende Vertrag einfach angehoben werden kann – doch weit gefehlt. Wer seinen Wohnkredit aufstocken möchte, muss stets einen zweiten Kredit (unter verschärften Vorgaben) beantragen.

Herr Mayr hat sich verrechnet,…

Herr Mayr hat erst vor kurzem seinen Kreditvertrag unterschrieben. Er ist nun in der Bauphase und stellt mit Entsetzen fest, dass er sich verrechnet hat. Das Problem: Der Kreditvertrag ist bereits „geschlossen“ und er kann keine Korrektur der Kreditsumme beantragen. Damit er nun zu dem noch notwendigen Geldbetrag kommt, muss er einen neuen Kreditantrag stellen, mit allem, was dazu gehört. Für ihn beginnt der Finanzierungsprozess nun wieder von Null an, allerdings entscheidet die interne Bewertung der Bank nun ob er noch einen Spielraum in seiner Haushaltsrechnung für einen zweiten Kredit hat. Sagt die Bank zu, so muss er eventuell mit deutlichen Mehrkosten für den zweiten Kredit rechnen.

Verweigert ihm die Bank den 2. Kredit aufgrund der unzureichenden Haushaltsrechnung, so kann Herr Mayr den Weg nur noch über einen Konsumkredit gehen, doch auch dieser steht in keinem Kostenverhältnis zum ursprünglichen Erstkredit: Durch die kürzere Laufzeit handelt es sich um eine doch recht kostspielige Finanzierungsform und da keine Besicherung im Grundbuch erforderlich ist, muss Herr Mayr auch mit einem eventuell höheren Zinssatz rechnen.

Fazit

Mehrmaliges Nachrechnen lohnt sich. Und damit Sie auch sicher keine Kosten vergessen, sollten Sie uns in einer unserer Filialen besuchen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Finanzierungsberechnung kostenlos und unverbindlich!

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Herr Mayr möchte einen Pool,…

Bleiben wir bei Herrn Mayr, springen wir zehn Jahre in die Zukunft, gehen davon aus, dass er keinen zweiten Kredit aufgenommen hat und dass sein Haus steht. Nun möchte Herr Mayr einen Pool den er finanzieren müsste, da er das nötige Kleingeld nicht einfach so parat hat. Jetzt ist die Frage die, ob die Bank durch den Poolbau eine Wertsteigerung sieht oder nicht. Um das festzustellen, muss die Bank eine neue Schätzung der Liegenschaft durchführen. Handelt es sich um eine Wertsteigerung, so wird ihm der Wohnbaukredit vermutlich gewährt werden (selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass er sich ihn leisten kann).

Würde Herr Mayr in diesem Fall keinen Pool, sondern beispielsweise eine neue Einrichtung finanzieren wollen, so würde die Bank keine Wertsteigerung darin erkennen und seine Chancen auf einen Wohnkredit wären bedenklich gering.

Herr Mayr möchte einen neue Einrichtung,…

Und tatsächlich! 15 Jahre später möchte Herr Mayr eine neue Einrichtung (den Pool hat er dann doch nicht gebaut). Auch dafür hat er nicht genug gespart und braucht eine Finanzierung. Da die Bank eine neue Einrichtung als keine Wertsteigerung der Liegenschaft anerkennt, muss eine Dritt-Bank her um die Liegenschaft und die bereits bestehenden Vorbelastungen zu prüfen. Auch Herr Mayr’s Leistbarkeitsrechnung (= Haushaltsrechnung) wird erneut und inkl. des bereits bestehenden Kredits geprüft. Damit die Bank eine Kreditvergabe überhaupt in Erwägung ziehen kann, wird die Haushaltsrechnung von Herrn Mayr neu berechnet und unterm Strich muss Herr Mayr nun in der Lage sein, sich beide Finanzierungen (Hauskredit vor 15 Jahren + Kredit für Einrichtung) monatlich leisten zu können. Erst dann und nur dann hat er eine Chance darauf, dass ihm auch der zweite Kredit bewilligt wird.