Eigenmittel für die Hausfinanzierung sind heute längst keine Bedingung mehr. Dafür sollte man aber ausreichend Zeit in den Konditionenvergleich investieren. Wir haben die Hardfacts einer Hausfinanzierung ohne Eigenkapital zusammen gefasst.

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass der Traum vom Haus auch ganz ohne Eigenmittel realisierbar ist. Und ja, das geht – doch diese Form der sogenannten „Vollfinanzierung“ hat natürlich auch ihren Preis.

 

Grundsätzlich sollte jeder, der sich für den Erwerb einer Immobilie interessiert, etwas auf der Seite haben. Bisher und im Regelfall lag diese Eigenkapitalquote zwischen zehn und 30 % der Gesamtprojektkosten, abhängig von den bankspezifischen Vorgaben. Während sich diese Regelungen gelockert und nun auch den Erwerb von Liegenschaften für all jene, die eben nichts ansparten, ermöglicht haben, kam im Gegenzug die Verschärfung des Hypothekar- und Immobilienkreditgesetzes (HIKrG) wodurch die Leistbarkeit der Kreditwerber verstärkt in den Fokus der Banken geriet.

 

Wenn wir also von einer Hausfinanzierung ohne Eigenkaptial sprechen, sprechen wir gleichsam auch immer von Wechselwirkungen die letztlich für die Bewilligung ausschlaggebend sind. Kurzum: Ja, es geht, doch nur unter gewissen Bedingungen.

Vor- und Nachteile der Hausfinanzierung ohne Eigenkapital

Die Finanzierung ohne Eigenmittel muss nicht unbedingt darin begründet sein, dass das notwendige Kleingeld fehlt. Es kann sich dabei auch um eine strategische Entscheidung handeln, beispielsweise dann, wenn das Anlagevermögen mehr abwirft als der Kredit tatsächlich kostet. Doch diesen Sonderfall wollen wir an dieser Stelle nur der Form halber erwähnen.

 

Vorteile der Hausfinanzierung ohne Eigenkapital

Für die Hausfinanzierung ohne Eigenkapital spricht vor allem, dass das Projekt umgehend umgesetzt werden kann. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn alles plötzlich schnell gehen muss, weil die Wunschliegenschaft zwar gefunden ist, das notwendige Eigenkaptial aber noch fehlt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man mit dieser Vollfinanzierung von den noch niedrigen Zinsen profitieren kann. Mit der Finanzierung zu warten, weil man das notwendige Eigenkapital ansparen möchte, bedeutet also auch ein gewisses Risiko einzugehen. Durch exakte und maßgeschneiderte Berechnung können Ihnen unsere Finanzierungsexperten auch in Fragen wie diesen weiterhelfen.

 

Nachteile der Hausfinanzierung ohne Eigenkapital

Ein Nachteil der Hausfinanzierung ohne Eigenmittel ist in erster Linie die schwächeren Konditionen. Kreditnehmer dieser Finanzierungsform müssen mit höheren Zinsen und damit mit höheren Raten genauso rechnen wie mit einer längeren Tilgungszeit. Eine Vollfinanzierung kostet dem Kreditnehmer durchschnittlich 0,25 – 1,00 % mehr Zinsen als wenn 20 % Eigenmittel aufgebracht werden können. Auf den ersten Blick klingt das nach einem marginalen Unterschied, doch bei einem Kreditbetrag in Höhe von € 200.000 auf zehn Jahre reden wir etwa von stolzen € 10.000,- Unterschied.

 

Ein weiteres Problem ist, dass der Kreditnehmer neben für die Bank validen Sicherheiten auch eine entsprechend solide Finanzsituation vorweisen und die Leistbarkeitsrechnung – trotzt Verschärfung der HIKrG-Richtlinien – den gesetzlichen Anforderungen entsprechen muss.

 

Selbstredend, dass diese Finanzierung für den Selbständigen eine entsprechend große Herausforderung darstellt, da Banken die Finanzsituation ausschließlich nach den Einnahmen nach Steuern bewerten.

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Wie viele Banken würden Ihnen wohl einen Kredit geben? Kommen Sie überhaupt für einen Kredit in Frage? Der schlau-finanziert Quick-Check prüft Ihre individuelle Kreditchance anhand weniger Parameter und gibt eine erste Orientierung, wie Sie vor der Bank wohl dastehen würden.

 

Doch Achtung: Beim Quick-Check handelt es sich lediglich um eine Einschätzung auf Basis der von Ihnen eingegebenen Daten und weder um ein Finanzierungsangebot, noch um eine -zusage. Der Quick-Check ersetzt auch keine Finanzierungsberatung.

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Empfehlenswert

Eine Vollfinanzierung bzw. eine Finanzierung ohne Investition von Eigenmittel lässt sich demnach nur für jene wirklich empfehlen die:

  • über ein hohes und sicheres Einkommen verfügen
  • für die eine Tilgung von mehr als 3 % jährlich keine Belastung darstellt
  • über ein Anlagevermögen verfügen das mehr einbringt als der Kredit kostet

Realisierung einer Hausfinanzierung ohne Eigenkapital

Stellt sich im Beratungs- und Entscheidungsprozess heraus, dass eine Vollfinanzierung für den Kunden eine gute Variante darstellt, so nehmen wir im Regelfall eine Splittung vor. Die fehlenden Eigenmittel werden dabei zu den bestmöglichen Konditionen in Form eines Konsumkredits aufgenommen. Die Finanzierung – also jener Betrag, der nach Abzug der Kaufnebenkosten bzw. der Finanzierungskosten (abhängig von der jeweiligen Bank) – wird als Hypothekarkredit bei der Bank bzw. Bausparkasse umgesetzt.

Wie die Kauf- oder Finanzierungsnebenkosten von der jeweiligen Bank gewertet werden, kann variieren. Wichtig ist vor allem zu wissen, dass es sie gibt, dass sie auf das Gesamtkreditvolumen bemessen werden und was genau damit gemeint ist:

 

Kaufnebenkosten: Gunderwerbssteuer in Höhe von 3,5 %, Grundbuchseintragung in Höhe von 1,1 %, Immobilienmaklerprovision in Höhe von 3,6% sowie Notargebühren von 2,4 %.
Finanzierungsnebenkosten: Pfandrechstbestellung in Höhe 1,2 %, Bearbeitungsgebühr in Höhe von 3 %, sonstige Spesen und Gebühren.

 

Fazit

Da gerade bei Hausfinanzierungen ohne Eigenmittel die Zinsen und Raten höher und die Tilgungsfristen länger sind, ist ein exakter Vergleich der Kreditangebote vom Profi absolut unerlässlich. Melden Sie sich dafür einfach an einem unserer Standorte und wir unterstützen Sie gerne persönlich als Ihre Entscheidungshelfer und -umsetzer!