Die Kosten für den Hausbau sind von vielen Faktoren abhängig und daher schwer pauschal zu beziffern. Wir unternehmen dennoch einen Versuch, das Themenfeld etwas abzustecken um ein ungefähres Gespür für die Höhe der finanziellen Belastung anbieten zu können. 


Wer ein Haus bauen möchte, dem muss von Anfang an bewusst sein, dass die Kosten der Errichtung pro m² nicht dem Verkaufspreis pro m² entsprechen. Der Verkaufspreis wird wesentlich und einzig durch die jeweilig unterschiedlichen m²-Preise der Grundkosten beeinflusst.

Wenig ausschlaggebend ist auch, ob die Liegenschaft im Westen oder im Osten des Landes errichtet werden soll, da die Lohnkosten des Baugewerbes als auch die Kosten für das zu verbauende Material österreichweit proportional bemessen sind.

Haupt-Kosten-Faktoren

Was ein Haus kostet ist in erster Linie von folgenden Parametern abhängig:

  • Grundstückslage
    Es ganz und gar nicht egal, wo die Liegenschaft liegt. Vor allem in urbanen Gegenden steigt der Preis des Grundstücks rapide an. Ländlichere Gebiete sind hingegen günstiger zu haben.
  • Haustyp
    Wird das Haus massiv gebaut, so verzeichnet sich auch dadurch ein deutlicher Preisanstieg. Fertigteilhäuser sind hingegen günstiger durch die entfallenden Planungskosten und die quantitativen Materialkosten, die durch das Unternehmen ermöglicht werden können.
  • Kellerbau
    Einen Keller zu bauen ist nicht nur aufwendig, sondern auch sehr kostenintensiv. Wer das Budget im Rahmen halten möchte und auf einen Keller verzichten kann, dem sei geraten, sich ein ebenerdiges Fundament gießen zu lassen.
  • Grundfläche
    Für jeden Quadratmeter Wohn- oder Kellerfläche fallen Material- und Arbeitskosten an. Je größer das Haus also sein soll, umso höher die Kosten für die Errichtung.
  • Baumaterialien
    Qualitative Baumaterialen beweisen ihren Wert erst mit der Zeit. Wer zu günstigen Alternativen greift, muss mit Folgeschäden rechnen, die die qualitativen Baumaterial-Kosten zu Anfang wohl maßgeblich überschreiten werden. Ob man am Baumaterial sparen will, sollte also gut überlegt werden!
  • Haustechnik
    Herkömmliche Heizsysteme, die der Umwelt nicht unbedingt zu Gunsten kommen, sind günstig zu haben. Allerdings sollte man bei der Wahl auch bedenken, dass ressourcenschonende Techniken auch oft gefördert werden. Es ist also ratsam, sich mit diesem Thema eingehend auseinander zu setzen.
  • Anzahl der Fenster
    Lichtdurchflutete Räume sind wohl für jeden angehenden Hausbesitzer Voraussetzung für maximalen Wohnkomfort. Doch viele Fenster bedeuten auch eine entsprechend hohe finanzielle Belastung. Als Kompromiss könnte sich daher anbieten, zwar weniger Fenster zu verbauen, doch diese dafür umso großflächiger ausfallen zu lassen.
  • Innenausstattung
    Bei der Innenausstattung schlagen sich vor allem Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen, Beleuchtungssyssteme und die Küchenausstattung zu buche. Wer die Gesamtkosten niedrig halten möchte, kann das durch die Wahl von Standardeinrichtungen machen.
  • Garten
    Auch der Außenbereich, also Garten und Terrasse sind eine kostenintensive Sache. Es empfiehlt sich dabei, die Preise gut zu vergleichen und den Spaten auch selbst in die Hand zu nehmen. Als zukünftiger Gärtner ist es bestimmt kein Fehler, sich auf diese Weise mit der Thematik vertraut zu machen.

Baunebenkosten des Hausbaus

Bei den Baunebenkosten sollte man etwa 15 % der Gesamtkosten veranschlagen, doch auch dieser Betrag steht im direkten Zusammenhang mit weiteren Faktoren, wie etwa:

Mögliche Nebenkosten  Ungefähre Kosten
Baubewilligung € 500 – 800
Grundstücksvermessung (in der Erschließung gewöhnlich enthalten) € 2.000 – 3.000
Grundstückserschließung € 10.000 – 15.000
Architekt etwa 10 – 15 % der Bausumme
Prüfstatiker abhängig von Größe & Komplexität
Bodengutachter € 500 – 1.000
Baustraße € 500 – 1.000
Bauversicherung € 300

Kosten Rohbau pro m²

Die Bruttogeschossfläche (BGF) ist die Summe aller einzelnen Geschossflächen, bemessen an den äußeren Begrenzungen und ist vor allem beim Thema Rohbau zu berücksichtigen. Die Rohbaukosten sollten keinesfalls unterschätzt werden, da diese die ersten Erdarbeiten bis zur Dachstuhlerrichtung beinhalten. Bei einem Standard-Einfamilienhaus können die Rohbaukosten schon mal bei € 600 – 700/m² liegen, gehobene Standards bei etwa € 800/m². Im Detail kommen bei der Errichtung des Rohbaus folgende Kosten zusammen:

Tätigkeiten im Rohbau  Ungefähre Kosten
Baustelleneinrichtung und -sicherung ca. 2 % der Rohbaukosten = etwa € 25/m² BGF
Erdarbeiten ca. 3 % der Rohbaukosten = etwa € 30/m² BGF
Tiefbau & Entwässerung ca. 1 % der Rohbaukosten
Maurerarbeiten (bei Massiv-Bauhaus) ca. 20 % der Rohbaukosten
Betondecke ca. 15 % der Rohbaukosten = etwa € 150/m² BGF
Handwerker ca . 10 % der Rohbaukosten = etwa € 80/m² BGF
Dachlattung ca. 20 % der Rohbaukosten
Stiegen etwa € 800/m²
Dacheindeckung ca. 4 – 8 % der Rohbaukosten je nach Art

Kosten Innenausbau pro m²

Wer sich beim Innenausbau für eine kostengünstigere Standard-Ausstattung entscheidet kann mit etwa € 400/m² Nutzfläche rechnen. Gehobene Ausstattungsvarianten starten dann bei ungefähr € 600/m². Was genau unter „Innenausbau“ fällt, und mit welchen Werten dabei zu rechnen ist, verrät unsere Tabelle:

Tätigkeiten im Innenausbau  Ungefähre Kosten
Elektrik etwa € 40 – 100/m² BGF
Malerarbeiten (allgemein) etwa € 100/m² BGF
Fußböden etwa € 30 – 50/m² BGF
Installateur etwa € 20 – 50/m² BGF
Tischler (je nach Anforderung) ab etwa € 100/m² BGF
Estrich etwa € 20/m² BGF
Rolläden/Jalousien (manuell) etwa € 15/m² BGF

Hausbaukosten pro m² in Österreich – Unsere Erfahrungswerte
(ohne Gewähr!)

Um zur anfänglichen Frage zurück zu kehren: Sie sehen schon, dass das mit der genauen Bezifferung eines Quadratmeter-Preises eine nicht ganz so einfache Sache ist. Wir hoffen dennoch, dass wir ein grobes Gefühl für die Materie (und auch für die Problematik) bilden konnten.

Als Kreditvermittler ist dieses Themenfeld gewiss nicht unser Fachgebiet und darum möchten wir auch darauf hinweisen, dass es sich bei allen Werten um ungefähre Richtwerte ohne Gewähr handelt.

In unserer Funktion und Beratung sind wir häufig mit Fragen dieser Art konfrontiert, wodurch wir gewisse Erfahrungswerte ermittelt haben. Diese möchten wir Ihnen nicht vorenthalten, Sie aber darauf hinweisen, dass es sich auch bei diesen Werten lediglich um Richtwerte (ohne Gewähr) handelt.

Hausbau Kosten pro m² in Österreich  Ungefähre Kosten
Errichtung Wohnfläche etwa € 1.700/m² BGF
Errichtung Kellerfläche etwa € 700/m² BGF
Errichtung Dachgeschoss (nicht ausgebaut) etwa € 450/m² BGF
Kauf ab etwa € 2.500/m² BGF

Fazit

Einer der wesentlichsten Preisunterschiede liegt im Objekttyp. Entscheidet man sich für Massiv-Bauweise, kommen auch entsprechend massive Kosten auf einen zu. Fertigteilhäuser sind hingegen schon wesentlich preisgünstiger zu haben. Das liegt aber nicht daran, dass diese qualitativ schlechter wären, sondern schlichtweg daran, dass hier einerseits die Planungskosten entfallen, da die Häuser bereits fertig geplant sind, andererseits an den Materialkosten. Diese fallen bei Fertigteilhäusern wesentlich günstiger aus, da der Hersteller der Fertighäuser die notwendigen Materialen in entsprechend großer Menge – und dadurch entsprechend günstiger – beziehen kann.

Für mehr Details wenden Sie sich bitte an den Baumeister Ihres Vertrauens!