Wer Grund und Boden besitzt, der kann sich glücklich schätzen, denn der Kaufpreis für das eigene Stück Land hat in den letzten Jahren kräftig zugelegt. Der Quadratmeter unter 20,- Euro ist nur mehr in entlegendsten Gegenden zu haben, und selbst diese lassen sich an beinahe einer Hand abzählen, wie die Grafik von Bodenpreise.at belegt. Grundstückseigner sind damit klar im Vorteil, sollten aber vor den ersten Schritten zur Realisierung des Wohntraums einiges dazu wissen…

Grundstück = Eigenmittel?

Wir werden häufig gefragt, ob das bereits vorhandene Grundstück als Eigenkapital/Eigenmittel für den Baukredit angerechnet werden kann. Die Antwort dazu: Ja, natürlich, es sei denn, der Grund wurde fremdfinanziert und es besteht noch ein offener Kredit dafür. Die Frage, ob der Grund als Eigenmittel gewertet werden kann, ist also davon abhängig, ob der Grund und dessen Erwerb noch bestehenden Verbindlichkeiten (Kredit) unterliegt oder nicht.

Das zu bebauende Grundstück

Soll das unbelastete Grundstück nun bebaut werden, und wird für diesen Bau eine Finanzierung benötigt, so wird der Verkehrswert des Grundstücks ermittelt und dieser Betrag als Eigenmittel angesetzt. Wichtig zu wissen ist aber dabei, dass ein Grundstück, das bebaut wird, etwa 20 Prozent an Wert verliert (der sogenannte „Bebauungsabschlag“). Beträgt der Kaufpreis und Wert des Grundes beispielsweise € 100.000,-, ist der Grund nach Fertigstellung der Immobilie nur mehr € 80.000,- wert. Dies zu wissen ist vor allem für jene wichtig, die ein bereits bebautes Grundstück erwerben möchten, dessen Immobilie nicht mehr sanierbar ist und abgerissen werden muss. In solch einem Fall lohnt es sich, den Bebauungsabschlag und eventuell inkl. Abrisskosten vom Grundwert abzuziehen um zu einem realistischen Kaufpreis zu kommen.

Zusätzliche Grundstücke

Soll ein zusätzlich vorhandenes Grundstück als Eigenmittel herangezogen werden, benötigt die Bank sämtliche Grundbuchsdaten (Einlagezahl, Grundbuchsnummer). Es besteht dabei auch die „Gefahr“, dass dieses zusätzliche Grundstück als Sicherheit angeboten werden muss. Dies kann ein Vor- oder Nachteil sein; der Finanzierungsvermittler des Vertrauens kann aber bei der richtigen Strategiefindung helfen.

Vor- und Nachteile

Ein ganz klarer Vorteil, wenn das Grundstück als Eigenmittel bzw. als Sicherheit angesetzt wird, ist der deutlich bessere Zinssatz der Baufinanzierung. Nachteile ergeben sich hingegen nur, wenn das Grundstück bereits belastet ist (Ausweichpfandobjekt) und während der Kreditlaufzeit verkauft werden soll. Dies erfordert nämlich zum einen die Rücksprache mit der Bank, zum anderen kann man davon ausgehen, dass die Bank den Erlös des Verkaufs als Sondertilgung für den noch laufenden Kredit heranziehen wird.

Unsere Empfehlung

Liegen weitere Grundstücke vor, so ist es in der Regel sinnvoll, die Bank über dieses gebundene Kapital zu informieren, aber diese nicht gleich als Sicherheit festzusetzen. Voraussetzung für diese strategische Entscheidung ist natürlich eine solide Baufinanzierung mit guten Konditionen.

Generell lässt sich sagen, dass die Rücksprache mit einem Finanzierungsvermittler in jedem Fall von Vorteil ist, da nur auf diesem Wege wirklich alle Möglichkeiten durchdacht und ausgeschöpft werden können. Gerne stehen wir österreichweit zu Ihrer Verfügung!