Wer eine Liegenschaft oder ein Grundstück erwirbt, wird automatisch im Grundbuch erfasst. Dieser Eintrag ins Grundbuch bestätigt den rechtlichen Besitz und macht den Besitzer zum rechtlichen Eigentümer. Im Zusammenhang mit dem Kauf einer Liegenschaft gibt es allerdings noch ein, zwei, drei, vier andere Dinge, die man hinsichtlich der Grundbuchs- und Pfandrechseintragung wissen sollte…

… grundsätzlich…

  • Bei den Gebühren einer Grundbuchseintragung handelt es sich immer um feste Prozentwerte, deren Berechnungsbasis der Kaufpreis der Liegenschaft lt. Kaufvertrag ist.
  • Eintragungen werden immer an dem Grundbuchamt vorgenommen, in dem die Kaufliegenschaft liegt. Ein gebürtiger Wiener, der in Niederösterreich ein Haus gekauft hat, kann sein Eigentum demnach nicht am Grundbuchamt im 5. Wiener Gemeindebezirk anmelden, sondern muss dafür schon nach Niederösterreich in die entsprechende Gemeinde.
  • Für die Eintragung wird ein beglaubigter und unterfertigter Kaufvertrag sowie ein sogenanntes ‚Grundbuchgesuch‘ bzw. im Fall einer Pfandrechtseintragung eine beglaubigte und unterfertigte Schuld-/Pfandbestellungsurkunde (plus Grundbuchgesuch) benötigt.
  • Das Grundbuch ist öffentlich und kann von jedem eingesehen werden. Banken verrechnen für die Einsicht bzw. den sogenannten ‚Grundbuchauszug‘ Kosten zwischen € 10,- und € 20,-
  • In ländlichen Gegenden muss man mit einer Grundbuch-Eintragungszeit von etwa drei bis vier Wochen rechnen, in Ballungszentren kann das schon auch ein halbes Jahr dauern.

 

Wichtig ist vor allem zu wissen, dass man ins Grundbuch zweierlei Dinge eintragen kann:

Die klassische Grundbuchseintragung

Die standardmäßige und klassische Grundbuchseintragung wird automatisch durchgeführt um das aktuelle Eigentumsverhältnis der Liegenschaft festzuhalten. Immer. Selbstverständlich ist diese Eintragung nicht kostenlos. Die Gebühren für die Grundbuchseintragung belaufen sich auf 1,10 % des Kaufpreises laut Kaufvertrag.

Die Pfandrechtseintragung

Dieser Eintrag ist dann erforderlich, wenn in den Kauf eine Fremdfinanzierung involviert ist. Kurz: Wenn die Liegenschaft fremdfinanziert wurde und dieselbe der Bank als Sicherstellung dient. Der Kunde hat aber auch die Möglichkeit, die Bank nicht mit eintragen zu lassen, allerdings wird er dadurch entsprechend schlechtere Kreditzinsen erhalten. „Im Normalfall kann der Kunde von einem Zinssatz ausgehen, der um mindestens 0,5 % höher ist. Die Kosten einer Grundbuchseintragung betragen 1,2 % zuzüglich der sogenannten ‚Nebengebührensicherstellung‘ die, je nach Bank, zwischen 20 und 30 Prozent liegt. Effektiv werden also 1,44 bis 1,56 % vom Kreditbetrag fällig. Ab dem dritten Jahr ist der Kunde mit dieser ‚Herangehensweise‘ aber bereits im Nachteil“, so Diethard Govekar, schlau-finanziert-Partner-Vertriebsleiter mit über 25 Jahren Erfahrung.

Anwalt: Ja oder nein?

Rein theoretisch kann jeder ein Grundbuchsgesuch verfassen und eine Eintragung vornehmen. Allerdings handelt es sich dabei um ein recht zeitaufwendiges und auch kompliziertes Unterfangen, das im regulären Kauffall ohnehin durch den Vertragserrichter bzw. durch die finanzierende Bank durchgeführt wird. Für diesen Zweck wird in den wenigsten Fällen ein Anwalt erforderlich sein.

Anders sieht die Lage allerdings dann aus, wenn der Kredit vollständig zurückgezahlt (getilgt) wurde und der Kunde die Hypothek der Bank mittels Löschungsquittung aus dem Grundbuch entfernen möchte. Hier kann es sich durchaus lohnen, einen Notar oder Anwalt zur Hand zu haben.