Generationen Kredit
4 Bewertungen

Der sogenannte „Generationenkredit“ scheint gerade bei Liegenschaften, die eines Tages auf die nachfolgende Generation übergehen sollen, als brauchbare und praktikable Lösung. Es gibt aber gute Gründe, warum dieser in Österreich nur sehr selten Anwendung findet.


Durch die steigende Lebenserwartung ist die Generation der Erben meistens zum Erbzeitpunkt bereits selbst Eigentümer einer Immobilie. Somit wird das Erbe dann zwar angetreten, aber meist verkauft und die eigene IMMOBILIENFINANZIERUNG aus dem Verkaufserlös zurückbezahlt. Aus diesem Grunde ist diese, am Papier noch immer möglich, Finanzierungsart nicht mehr üblich. Ungeachtet dessen, möchten wir kurz darauf eingehen, wie die Sache funktioniert, bzw. funktioniert hat.

Was ist ein Generationenkredit?

Die Idee des Generationenkredits ist, dass der Käufer die Liegenschaft nicht alleine abbezahlen muss, wenn diese doch später sowieso den Kindern gehört. Es geht beim Generationenkredit also darum, eine Liegenschaft als ältere Generation zwar zu erwerben, die Tilgung allerdings dem angedachten, späteren Eigentümer (also den Kindern) zu überlassen. Der sogenannte Generationenkredit ist eine Sonderform des tilgungsfreien Kredits. Das bedeutet, dass während der Laufzeit lediglich die Zinsen (von der älteren Generation) bezahlt werden. Die eigentliche Rückzahlung erfolgt dann durch Nachfolger, also die Kinder. Es handelt sich also gewissermaßen um einen ENDFÄLLIGEN KREDIT, obgleich bei dieser Sonderform kein Tilgungsträger involviert ist.

Vorteil des Generationenkredits

Dadurch, dass in erster Instanz, also seitens der älteren Generation während der Laufzeit nur die Zinsen getilgt werden müssen, sinkt natürlich die monatliche Ausgabenbelastung.

Nachteil des Generationenkredits

Dadurch, dass das Kreditvolumen vollständig bis zum Ende der Kreditlaufzeit offen bleibt ist einerseits eine hohe Besicherung notwendig. Andererseits fallen am Ende der Laufzeit zudem sehr hohe Zinsen an. Insofern ist der Generationenkredit eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man bis zum Laufzeitende mit zusätzlichem Kapital rechnen kann.

Der Begriff „Generationenkredit“ bezieht sich somit weniger darauf, dass es sich um eine Immobilienfinanzierung im Rahmen der Erbfolge handelt, sondern vielmehr darauf, dass ein Erbe zur Tilgung absehbar sein muss. Daher ist diese Finanzierungsform auch für Interessenten der älteren Generationen tatsächlich nicht vorteilhafter als ein herkömmlicher WOHNKREDIT.

Anwendungsbereiche des Generationenkredits

Generationenkredite können für alle Zwecke der Wohnraumschaffung verwendet werden. Also Renovierung oder Sanierung, Neukauf einer Liegenschaft, Auszahlung des Ehepartners im Scheidungsfall oder bei der Übernahme einer Verlassenschaft. Aber auch für UMSCHULDUNGEN kommen sie in Frage, sofern der alte Wohnkredit auch diesem Zwecke diente.

Voraussetzungen

Natürlich unterliegt auch der Generationenkredit bestimmten Voraussetzungen um überhaupt in Anspruch genommen werden zu können. So muss

  • das Endalter 65 Jahre entsprechen, oder aber dem Zeitpunkt des Pensionsantritts,
  • Laufzeiten sind eher langfristig anzusetzen,
  • die maximale BELEIHUNG muss 30 – 40 % des Verkehrswerts betragen
  • und das ganze muss natürlich auch hypothekarisch besichert sein.

Besicherung

Generationenkredite sind aufgrund der genannten Punkte selten und finanzieren in den meisten Fällen nur 50 % der Liegenschaft. Daher rührt auch die Begrenzung des Verkehrswerts zwischen 30 – 50 %. Es handelt sich dabei um eine HÖCHSTBETRAGSHYPOTHEK, welche ebenso im Grundbuch eingetragen wird.

Fazit

Der Generationenkredit ist eine nette Idee, die beim genauen Hinsehen im Vergleich zum herkömmlichen Wohnkredit allerdings keine Vorteile bringt. Weder für die eine Generation. Noch für die andere.

Stelle jetzt deine Finanzierungsanfrage!

kostenlos & unverbindlich!


in nur 2 Minuten zum Ergebnis!


load