Mitte der 1990-iger Jahre wurden Fremdwährungskredite – vor allem in Schweizer Franken und Japansichen Yen – eine überaus populäre Finanzierungsform. Zu populär, wie die Banken, heute wissen. Niemand hätte damals mit einem Zinsabfall in derart hohem Ausmaß gerechnet, weder die Bank noch der Kreditnehmer. Beide müssen nun für die leichtfertige Bewilligungen, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden, bezahlen. 


Gleich vorweg: Das Prinzip von Fremdwährungskrediten ist nicht leicht erklärt. Wer es ganz genau und individuell wissen möchte, der spreche bitte mit einem unserer Mitarbeiter darüber.


Über Fremdwährungskredite

Im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen lockte der Fremdwährungskredit anno dazumals durch einen günstigeren Zinssatz finanzierungsfreudige Menschen in die Kreditabteilungen der Banken. Diesem Vorteil stand allerdings ein beträchtliches Risiko gegenüber, nämlich das des Wechselkurses der fremden Währung: Fremdwährungskreditnehmer hafteten also bei Kursverlusten mit einer entsprechend höheren Kreditsumme und mussten entsprechend mehr Geld für die Rückzahlung dieser Finanzierung aufbringen. So weit – so logisch.

Die meisten dieser Fremdwährungskredite wurden als endfällige Kredite durchgeführt, was zu bedeuten hat, dass während der Laufzeit lediglich die Zinsen bezahlt werden mussten, die Kapitaltilgung hingegen erst am Ende der Laufzeit. Damit dieses Kapital am Ende der Laufzeit auch vorhanden war, dafür sorgten sogenannte „Tilgungsträger“, wie beispielsweise Aktien, Fonds, Lebensversicherungen u. d. gl. Man ging davon aus, dass dieser Tilgungsträger einen höheren Ertrag abwerfen, als der Fremdwährungskredit kosten würde und so mancher erwirtschaftete auf diese Weise tatsächlich Gewinn (Zinsdifferenzgeschäft). Doch eben nicht alle. Eigentlich die wenigsten.

Die Praxis lehrte Fremdwährungskreditnehmern Demut, denn kaum ein Tilgungsträger warf den erhofften Betrag im Laufe der kommenden Jahre auch tatsächlich ab. Das Gegenteil ist 2008 passiert. Mit der Finanzkrise und in den folgenden Jahren verloren diese Tilgungsträger an beachtlichem Wert. Die Folge ist nun, dass Fremdwährungskreditnehmer am Ende ihrer Laufzeit damit rechnen müssen, ihre Kapitaltilgung nicht durch diesen Tilgungsträger zurück zahlen zu können (aufgrund von Währungsverlust & geringere Erträge des Tilgungsträgers), sondern zusätzlich für die entstandene Lücke aufkommen zu müssen.

Wenn wir uns fragen, wie das alles hat passieren können, so finden wir eine von vielen Antworten in einer überschätzten Kapitalstruktur des Euroraumes, in zu optimistischen Zins- und Kurs-Prognosen und in der leichtfertigen Bewilligung dieser Kreditform durch die Banken. 2008 verbot die Finanzmarktaufsicht schließlich die Neuvergabe dieser Fremdwährungskredite an Privatpersonen ausnahmslos.

Für den einen oder anderen kam dieses Verbot zu spät. Diese stehen nun vor der Problematik, die Kapitaltilgung durch den Tilgungsträger nicht stemmen zu können. Was also tun?

Raus aus dem Fremdwährungskredit – aber wie?

Nicht nur die Fremdwährungskreditnehmer, auch die Banken selbst wollen das Dilemma der Vergangenheit so schnell wie möglich hinter sich lassen:

  • Für die Banken bedeutet der Abbau dieser Finanzierungsform einen Abbau des Währungsrisikos und gleichzeitig eine Minimierung des Risikos möglicher Zahlungsausfälle.
  • Für den Fremdwährungskreditnehmer bedeutet der Ausstieg und Umstieg in eine andere Finanzierungsform ebenso einen Abbau des Währungsrisikos und damit eine Schadensbegrenzung.

Nun ist es aber so, dass der Aus- bzw. Umstieg und die Wahl der richtigen Alternativfinanzierung von mehreren Faktoren abhängig ist. Beispielsweise der noch offenen Laufzeit, dem Tilgungsträger, der noch offenen Restzahlung nach Ende der Laufzeit (Lücke), u. v. m. Da der Umstieg auf eine andere Finanzierungsform und Tilgung der Restschulden auch im Interesse der Banken liegt (um eben deren Risiko durch die Fremdwährungskredite zu minimieren), sind diese erfahrungsgemäß sehr um eine rasche Umsetzung bemüht. Welcher Alternative für den einzelnen Fremdwährungskreditnehmer ratsam ist, das lässt sich nur durch eine genaue Prüfung und Verhandlung mit der Bank klären. Gerne übernehmen unsere Mitarbeiter auch diese Aufgabe.

Tot stellen macht alles nur schlimmer und teurer

Fremdwährungskredite sind, wie man sieht, zu Recht verpönt. Nichts desto trotz ist auch heute noch eine Schadensminimierung möglich und auch absolut empfehlenswert. Viele Banken schicken sich die Finger wund um ihre Fremdwährungsfinanzierungskunden zu einer alternativen Lösung des Problems zu bewegen, doch leider ohne nennenswerten Erfolg. Es ist davon auszugehen, dass das Wort „Fremdwährungskredit“ alleine schon ausreicht um einen Stammplatz im Altpapiercontainer zu haben.

Nur leider: Tot stellen macht alles nur schlimmer und teurer… Und auch wenn die Konfrontation kurz weh tut: Der Fremdwährungskreditnehmer tut sich mit dem Ignorieren der Bank-Schreiben wirklich keinen Gefallen.

Wir sind Ihr Plan B!

Die gute Nachricht ist: Wir machen auch das für Sie. Vereinbaren Sie mit uns einen Termin in der Filiale in Ihrer Nähe, sprechen Sie mit uns über Ihren Fremdwährungskredit, lassen Sie uns Ihre Möglichkeiten prüfen, mit der Bank verhandeln und gemeinsam eine Lösung finden. Ganz abnehmen können wir Ihnen den Fremdwährungskredit zwar nicht, aber wir können Sie am restlichen Weg begleiten und dafür sorgen, dass Sie so gut wie möglich an- und so günstig wie möglich aus der Sache raus kommen.