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21. September 2022

Die aktuelle Zinsexplosion: ein Rechenbeispiel

Die aktuelle Zinsexplosion bereitet vielen Kreditnehmern große Sorgen
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Die aktuelle Zinsexplosion: ein Rechenbeispiel

21. September 2022
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Mittlerweile hat es die Nachricht bis in den letzten Winkel des Landes geschafft: die Zinsen steigen. Das klingt prinzipiell nicht schlecht, da das Guthaben am Sparbuch in den letzten Jahren ja eh so gut wie keinen Zinsertrag abgeworfen hat. Für Sparer ist der Zinsanstieg also tatsächlich ein Grund zur Freude. Es gibt aber ein altbekanntes Sprichwort, nämlich „Des einen Freud ist des anderen Leid“. Und dieses Sprichwort gilt heute mehr denn je. Denn die aktuelle Zinsexplosion sind pures Gift für all jene Immobilienbesitzer, die in den letzten Jahren einen variabel verzinsten Kreditvertrag unterschrieben haben.


Warum bloß Kreditverträge mit variabler Verzinsung

Jetzt würden wir als Experten behaupten, dass gerade in den letzten Jahren niemand eine Finanzierung mit einer variablen verzinsten Kondition abgeschlossen haben wird. Warum? Zinssätze, die man auf Jahrzehnte (!!) fixieren konnte, waren so günstig, dass keine Bank ihrem Kunden eine variable Kondition hätte anbieten dürfen. Der finanzielle Vorteil in der noch niedrigeren Kreditrate war aus unserer Sicht zu gering im Vergleich zum Risiko steigender Zinsen (und damit steigender Kreditraten). Aber zu unserer Überraschung: die Hälfte aller Wohnkredite in Österreich sind trotzdem variabel verzinst und damit hochriskant.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir an, du hast vor sechs Jahren einen Kreditvertrag unterschrieben. Stünde in diesem Vertrag ein auf Jahre fixierter Zinssatz, würde dich die aktuelle Zinsexplosion nicht betreffen. Hast du aber einen Zinssatz, der an einen sog. Referenzzinssatz gebunden ist, solltest du dir jetzt Gedanken machen. Nämlich wirklich JETZT!

Nehmen wir an, dein Restsaldo, also der noch offene Kreditbetrag, beträgt 250.000 Euro. Der Referenzzinssatz, also jener Zinssatz, der die Basis für deine Kreditrate ist, ist im Normalfall der 3-Monats-Euribor oder der 12-Monats-Euribor (sieh in deinem Vertrag nach!). Beide Zinssätze sind in den letzten Monaten stark gestiegen und werden das in Zukunft auch weiter tun. Woher wir das wissen? Die Europäische Zentralbank (EZB) hat schon angekündigt, den Leitzins weiter zu erhöhen, was eine weiter anhaltende Zinsrallye (auch der Referenzzinssätze) zur Folge haben wird.

Kommen wir zum Punkt. Findest du in deinem Kreditvertrag den 3-Monats-Euribor, wird ab Oktober eine Kreditrate abgebucht, die so hoch ist wie nie zuvor. Auf das Rechenbeispiel bezogen wird die Rate um ca. 150 Euro höher sein als noch zu Jahresbeginn. Steht der 12-Monats-Euribor im Kreditvertrag, wird es echt dramatisch. Hier musst du mit Kreditraten rechnen, die 250 bis 300 Euro höher sind als bisher. Wohlgemerkt Stand Ende September, Tendenz stark steigend!

Auch wenn du noch die Aussage deines damaligen Beraters – „es kann nichts passieren“ – im Ohr hast, solltest du jetzt reagieren. Dein Kreditvertrag kann im Rahmen einer sogenannten Umschuldung nämlich durch einen neuen Kreditvertrag ersetzt werden. Und da die Fixzinskonditionen aktuell noch leistbar sind, solltest du keine Zeit mehr verlieren.


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