Bonitätsprüfung in Österreich
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Bonitätsprüfung in Österreich

4. August 2021
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Die Bonitätsprüfung in Österreich ist entscheidend, ob ein Wohnkredit von der Bank bewilligt wird oder eben nicht. In diesem Beitrag verraten wir dir, wer deine Bonität prüfen kann, wodurch sie beeinflusst wird, wie du sie selbst in Erfahrung bringen kannst, wie das Verfahren funktioniert und wodurch du deine Bonität verbessern kannst.


Bonitätsprüfung: Was ist das?

Die Bonitätsprüfung ist ein Verfahren der österreichischen Banken um die Zahlungs-Fähigkeit und -Willigkeit angehender Kreditnehmer zu prüfen. Genau genommen, meint die Bonitätsprüfung also die KREDITWÜRDIGKEIT eines potentiellen Kunden. Die Bank schätzt dadurch ein, ob der angehende Kreditnehmer während der gesamten Kreditlaufzeit zahlungsfähig bleiben kann. Für die Bank ist diese Einschätzung eine Absicherung, denn diese möchten natürlich sicherstellen, ihr Geld inklusive Zinsen auch wieder zurück zu bekommen. Daher ist das Ergebnis der Bonitätsprüfung auch ausschlaggebend für den Kreditvergabeentscheid.

Gesetzlich vorgegebene Schutzmaßnahme

Die Bank ist zur Bonitätsprüfung in Österreich verpflichtet! Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass eine Kreditvergabe ohne Bonitätsprüfung auf keinen seriösen Kreditgeber hindeutet und du unbedingt die Finger davon lassen solltest. Der Gedanke hinter der Bonitätsprüfung ist nämlich der, dass sich der Verbraucher durch die Aufnahme eines Kredits nicht selbst in ein finanzielles Risiko stürzen soll. Insofern darf die Bonitätsprüfung auch als Schutzeinrichtung für den Konsumenten betrachtet werden.

Prüfungskriterien: Von Bank zu Bank verschieden

Das Problem bzw. die Herausforderung für den Kunden an der Bonitätsprüfung ist, dass jede Bank ihr eigenes Verfahren hat. Das bedeutet, dass bestimmte Kriterien von Bank zu Bank anders gewichtet werden. Für den Verbraucher heißt das wiederum, dass er bei Bank A den Kredit vielleicht bekommt, Bank B ihm aber unter Umständen eine Absage erteilt. Zu wissen, welche Bank mit welchen Kriterien arbeitet, ist daher von größtem Vorteil. Wenn du also schon einmal eine Kreditabsage bekommen hast, warst du vielleicht einfach bei der falschen Bank!

PS: Wir wissen aus Erfahrung, welche Bank welche Kriterien wie gewichtet. Mit unserer Unterstützung steigt also auch deine Chance auf eine Bewilligung erheblich! Wenn du also bereits einmal eine Absage erhalten hast, solltest du deswegen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern einfach mal mit uns KONTAKT aufnehmen!
Für alle anderen gilt: Komm‘ doch gleich von Anfang an zu uns! (Kreditabsagen werden nämlich gespeichert und tragen fortan negativ zu deiner Bonität bei!)

Wie kommt es überhaupt zu einer Bonitätsprüfung?

Eine Bonitätsprüfung durch die Bank wird nicht einfach so veranlasst. Kommst du beispielsweise zu uns, lässt dich beraten und erhältst im Zuge dessen erste Finanzierungs-Modell-Vorschläge hat das noch nichts mit einer Bonitätsprüfung zu tun. Wir werden dich zwar fragen, wie es mit deinen Verbindlichkeiten aussieht, doch dienen diese Fragen für eine erste interne Einschätzung bzw. für die Berechnung deiner HAUSHALTS-RECHNUNG. Die Bonitätsprüfung, welche sich bei negativem Ergebnis auch negativ auf deine zukünftige Bonität auswirkt, wird erst mit dem Kreditantrag in Gang gesetzt. Also zu jenem Zeitpunkt, nachdem du dich bereits für ein bestimmtes Finanzierungsmodell entschieden hast.

Da wir bei unserer Beratung aber sehr genau auf Details achten, schauen wir natürlich auch, ob die Bonitätskriterien der von dir gewählten Bank auch zu dir passen. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass du ein negatives Ergebnis bei der Bonitätsprüfung mit unserer Unterstützung erhältst ist wesentlich geringer!

Was wird bei der Bonitätsprüfung abgefragt?

Hast du dich also für eines unserer Finanzierungs-Modelle bzw. ein Angebot einer unserer PARTNER-BANKEN entschieden, stellen wir für dich im nächsten Schritt einen Kreditantrag. Dem müssen wir einen Nachweis über deinen Wohnsitz in Österreich, dein Einkommen, deine Identität z. B. via Reisepass und ein aktives Girokonto beilegen. Erst mit der Übermittlung dieses Antrags startet die Bonitätsprüfung.

Interessant ist für Banken infolge der Familienstand. Also ob du ledig bist oder verheiratet, ob du Kinder hast und wenn ja, wie viele. Auch die momentane Schuldensituation ist für die Bank von höchstem Interesse, etwa, ob du bereits Kredite aufgenommen hast, beispielsweise für dein Auto. Dazu zählen übrigens auch Leasingraten! Aber nicht nur etwaige Schulden, sondern auch Rücklagen und andere Vermögenswerte spielen bei deiner Bonitätsprüfung eine Rolle. Weiters ist auch ausschlaggebend, ob du angestellt bist oder selbständig und natürlich auch, wie hoch dein frei verfügbares Kapital pro Monat unter Berücksichtigung der FIKTIVEN RATE ist.

Wichtig zu wissen!

Die „fiktive Rate“ ist, wie der Name schon sagt, ein fiktiver Zinssatz. Dieser variiert von Bank zu Bank, ist aber in jedem Fall deutlich höher, als der eigentliche Zinssatz. Eine Haushaltsrechnung, die der Berechnung mit dem fiktiven Zinssatz nicht standhält (Minus-Ergebnis) führt in der Regel zu einer KREDITABSAGE! Das ist gesetzlich so geregelt und verhindert deine Überschuldung.

Das bedeutet: Das frei verfügbare Kapital pro Monat (Ergebnis der HAUSHALTSRECHNUNG) muss auch bei der Berechnung mit dem fiktiven Zinssatz ein positives Ergebnis erzielen! Der fiktive Zinssatz ist selbstverständlich nur theoretisch. Nichtsdestotrotz muss der angehende Kreditnehmer auch dieser finanziell-theoretischen Prüfung standhalten.

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Ergebnis der Bonitätsprüfung

Hat die finanzierende Bank deine Bonität geprüft, drückt sie das Ergebnis in einer Kennzahl aus. Erreichst du beispielsweise 100 – 199 Punkte, ist das finanzielle Risiko deine Finanzierung zu bewilligen, für die Bank recht gering. Liegt dein Ergebnis aber über 700 Punkte, bringt das eine mögliche Insolvenz zum Ausdruck und die Bank wird deiner Finanzierung nicht zustimmen.

KSV und CRIF wissen alles…

Der KSV (Kreditschutzverband) in Österreich ist eine Auskunftei. Das bedeutet, dass der KSV laufend alle personen- und bonitätsbezogenen Daten sammelt und auf Anfrage an kooperierende KREDITINSTITUTE weiter gibt. Wenn du also in der Vergangenheit schon einmal eine Kreditabsage erhalten hast, weiß der KSV Bescheid und damit auch die „neue“ Bank, bei der dein aktueller Antrag vielleicht gerade liegt. Darum ist es auch so wichtig, nicht einfach blindlings einen Kreditantrag zu stellen.

Neben dem KSV gibt es aber auch noch andere Auskunfteien, etwa CRIF. Diese Auskunftei setzt sich vor allem mit Konsum-Finanzierungen auseinander. Wenn du beispielsweise einen Fernseher oder Möbel auf Raten im Geschäft zahlst, sind diese im CRIF erfasst. Kreditinstitute fragen im Rahmen eines Kreditantrages auch dort an und bringen so deine Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit in Erfahrung.

Eigene Bonität feststellen

Bist du dir unsicher, was diese Auskunfteien über dich gespeichert haben, so kannst du eine sogenannte Selbstauskunft einholen. In der Vergangenheit war diese beim KSV kostenlos. Mittlerweile gibt es aber den kostenpflichtigen Info-Pass. Entweder für Behörden, Mieter, Bewerber oder eben auch Finanzierer. Die Kosten des jeweiligen Infopasses variieren, für eine Finanzierung belaufen sich diese aktuell auf 45,90 Euro. Übermittelt wird das Ergebnis per PDF-Download. Um so eine Selbstauskunft zu bestellen, brauchst du eine gültige E-Mail-Adresse, eine österreichische Mobilnummer, einen Lichtbildausweis, Meldezettel und eine Zahlungsmethode (Kreditkarte, Paypal o. dgl.) Die Selbstauskunft beim CRIF ist nach wie vor kostenlos. Allerdings benötigst du auch hier die Kopie deines Ausweises und deines Meldezettels.

Eine Selbstauskunft anzufordern ist vor allem dafür gut, etwaige Fehler zu korrigieren und die Löschung zu veranlassen. Es kann nämlich vorkommen, dass ein bereits abbezahlter Kredit noch immer aufscheint und deine Bonität dadurch vermindert wird. Beachte aber, dass so eine Löschung bis zu 8 Wochen dauern kann!

Bonität selbst berechnen?

Auch wenn du über die Selbstauskunft einen guten Überblick über deine Bonität hast, ist die Berechnung, wie sie die Banken für deinen Kreditantrag vornehmen, so gut wie unmöglich. Der Grund ist die oben erwähnte Berechnung, die von Bank zu Bank variiert. Der beste Weg ist entweder eine gute Bonität weiter aufrecht zu erhalten oder aber etwaige Makel, die durch die Selbstauskunft in Erscheinung getreten sind, durch gezielte Maßnahmen zu verbessern.

So verbesserst du deine Bonität!

  1. Achte auf Zahlungsrückstände oder Mahnungen. Auch kleine Beträge, wie beispielsweise die offene Handyrechnung des letzten Monats werden dokumentiert.
  2. Zahle etwaige offene Schulden so bald wie möglich zurück und baue keine neuen auf.
  3. Vermeide jede Form von Ratenzahlung. Ob beim Kauf des Fernsehers, der neuen Couch oder anderen Konsumgütern.
  4. Wenn du mehrere Konten oder Kreditkarten hast, lege sie besser zusammen. Transparenz und Ordnung helfen bei der Bewertung!
  5. Stelle keine unbedachten Kreditanfragen, sondern maximal Konditionsanfragen.
  6. Ein hoher Überziehungsrahmen am Giro-Konto der jedoch nicht genutzt wird, fällt beim KSV zuweilen positiv auf. Aber Achtung: Wirklich nur dann, wenn er nicht genützt wird!
  7. Langfristige Faktoren nehmen ebenso Einfluss auf die Bonität. Etwa die Art deines Arbeitsverhältnisses, vorhandene Sicherheiten, ein stabiles Einkommen oder die Dauer, bei der du bei deiner Bank bist. Achte also auch hier auf deine Möglichkeiten und Gewohnheiten. Demonstriere eine geordnete und stabile Lebensführung.
  8. Ein Bürge oder zweiter Kreditnehmer sorgt im Kreditvertrag für zusätzliche Sicherheit. Es zahlt sich also aus, den Partner in den Wohntraum auch vertraglich mit einzubinden.

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