So wie jeder Vertrag stellt auch der Kreditvertrag eine Verbindlichkeit für beide Vertrags-Parteien dar. Möchte der Kreditnehmer seinen Vertrag vorzeitig (also vor der im Vertrag vereinbarten Frist) kündigen, gibt es natürlich gewisse (vertragsbedingte) Richtlinen. 

Kündigung eines bereits laufenden Baufinanzierungs-Vertrages (lt. HIKrG)

Ist der Kreditvertrag schon in Kraft getreten, bzw. liegt dieser schon einige Zeit zurück, so entspricht die Kündigung der laufenden Baufinanzierung einer vorzeitigen Gesamt-Rückzahlung durch Sondertilgung. Unter Berücksichtigung der Vertragsbestandteile gelten in diesem Fall die selben Bestimmungen wie bei der Sondertilgung. Das bedeutet auch, dass der Kreditnehmer bei einer fixen Verzinsung mit einer 1 %igen-Pönale (für Baufinanzierungen ab 2010) zu rechnen hat, bei einer variablen Verzinsung mit im Vertrag angeführten Kündigungsfristen. Alle Infos dazu finden Sie HIER.

Kündigung eines frisch unterschriebenen Baufinanzierungs-Vertrages (lt. HIKrG)

Etwas anders gestaltet sich die Sachlage bei einem erst kürzlich unterschriebenen Vertrag, denn hat der Kreditnehmer die Belehrung via ESIS-Merkblatt erhalten und den Vertrag unterschrieben, so kann er in den folgenden zwei Werktagen ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurück treten. Bereits erhaltene Zahlungen durch das Kreditinstitut müssen – inkl. Zinsen – wieder  zurück überwiesen werden.

Anmerkung: Verwirrung durch VKrG & HIKrG

Erkundigt man sich online über die Möglichkeiten der Kreditvertragskündigung, so herrscht schnell Verwirrung, denn das VKrG (Verbraucherkreditgesetz) sieht für den Kündigungsfall andere Bestimmungen vor, wie das HIKrG (Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz). Ausschlaggebend, welches Gesetz nun in Kraft tritt, ist die Art des Kredits und wie der Name schon verrät, dient das HIKrG den Hypothekar- und Immobilien – also den Bau- und Immobilienfinanzierungen. Das VKrG dient hingegen dem Bereich der Konsumkredite und regelt daher keine Baufinanzierungen.