Eine Bankgarantie ist eine immer häufiger von Banken angestrebe Vertragsform. Sie ist eine Verpflichtungserklärung, bei der sich die Bank – unter bestimmten, näher bezeichneten und ganz genauen Voraussetzungen – dazu verpflichtet, den Begünstigten zu zahlen, sofern der Garantiefall eintritt. Üblicherweise findet man Bankgarantien vor allem im Bereich von Fertigteilhäusern, oftmals aber auch zu einem stolzen Preis!


Wie funktioniert so eine Bankgarantie?

Zur Veranschaulichung: Martin (der Schuldner unseres Beispiels) beauftragt die Bank Sparfüchschen ihm eine bestimmte Leistung für einen expliziten Gläubiger (nennen wir ihn Fertigteilchen) zu garantieren. Martin und Sparfüchschen schließen dazu laut §§ 1002 ff ABGB eine Vereinbarung ab, bei der sich Sparfüchschen dazu verpflichtet, im Interesse UND auf Rechnung von Martin einen Garantievertrag abzuschließen. Martin und Sparfüchschen unterzeichnen beide die Vereinbarung woraus ein Auftragsverhältnis entsteht.

Im Rahmen dieses Auftragsverhältnisses hat Martin sein Recht auf Einflussnahme verwirkt. Er kann Sparfüchschen beispielsweise nicht anweisen, Fertigteilchen nicht zu zahlen. Kurzum: Fertigteilchen kann durch diese Bankgarantie darauf vertrauen, sein Geld in jedem Fall zu erhalten.

Ist die Bankgarantie unterzeichnet, so kann Fertigteilchen mit der Produktion des Hauses beginnen, da das Risiko eines Zahlungsausfalls durch Martin nicht gegeben ist. Wird Martin beispielsweise zahlungsunfähig, so muss Sparfüchschen einspringen und im Rahmen der Garantievereinbarung die Zahlung an Fertigteilchen leisten.

Martin kann aber auch keine Einwendungen mehr aus dem Valutaverhältnis (lt. § 788 BGB, Verhältnis zwischen dem Anweisenden (in unserem Fall Martin) und dem Anweisungsempfänger (Fertigteilchen)) geltend machen. Er hat somit nicht die Möglichkeit, Mängel an der Sache der Bank (Sparfüchschen) gegenüber zu beanstanden. Dieser Einwendungsausschluss besteht allerdings „nur“ auf materiell-rechtlicher Ebene, formelle Voraussetzungen sind in der Regel von Bank zu Bank und von Fall zu Fall verschieden.

Bankgarantie sinnvoll?

Durch diese „Schattenseiten“ der Bankgarantie sollte man den individuellen Einzelfall unbedingt genau prüfen und die Sinnhaftigkeit abwägen. In der Praxis haben Banken Sondervereinbarungen und Pauschalsätze mit bestimmten Fertigteilhaus-Produzenten. ABER: Der Vorteil der Bank einer solchen Garantie ist, dass sie über diesen Weg relativ sicher können, dass der Kunde (Martin) die Finanzierung auch langfristig mit ihnen durchführt und nicht auf die Idee einer günstigeren Umschuldung durch eine andere Bank kommen kann und darf. Besteht keine Sondervereinbarung, so kann eine Bankgarantie zwischen 1,00 % – 1,50 % vom Kaufpreis ausmachen.

Eine Bankgarantie stellt für den Schuldner (Martin) somit zwar ein gewisses „Sicherheitsnetz“ dar, doch sollte man auch den Preis der dafür zu zahlen ist, bedenken.

Martin erhöht durch die Vereinbarung nicht nur die Gesamtkreditkosten durch die Kosten der Bankgarantie. Auch langfristig wird ihm diese Entscheidung aus jetztiger Sicht teuer zu stehen kommen, da für ihn eine Möglichkeit wie eine Umschuldung auf eine bessere (und günstigere) Kondition bis zum Laufzeitende verwehrt bleiben wird.

UZA als Alternative?

Unwiderrufliche Zahlungsanweisungen (UZA) sind eine mögliche Alternative zu Bankgarantien. Diese wird durch den Kunden erteilt, nach Unterschrift durch die Bank gültig und danach dem Fertigteilhaus-Produzenten übergeben, damit dieser die Zahlung (ggf. von Teilbeträgen) durch die Bank sicherstellen kann. UZA’s kosten im Normalfall nichts, oder aber können verhandelt und je nach Bank auch als einmalige Pauschale verrechnet werden.

Fazit

Ob Bankgarantie oder UZA: Bevor Sie sich entscheiden, reden Sie bitte mit einem Experten darüber. Entweder kann dieser Sie auf Risiken aufmerksam machen, die Sie vielleicht noch nicht bedacht haben, oder aber er findet alternative Lösungen, bei denen Sie besser aussteigen.

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